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John Butterfield
Begründer der Butterfield Postkutschenlinie.
Viele Reisende im amerikanischen Südwesten kamen unvermeidlich mit der Butterfield Postkutschenlinie in Berührung und das an den unterschiedlichsten Orten vom westlichen Texas bis zu Zentral-Kalifornien.
Die als Butterfied Stage bekannte Postkutschenlinie könnte man als Vorläufer zum Informationszeitalter sehen, sie schaffte die Möglichkeit zur Kommunikation über eine Entfernung von 2000 Meilen durch Wüstengebiete, Wildnis und Gebirge. Sie versorgten die Pioniere mit den ersten regelmäßigen Nachrichten und Briefpost.
John Warren Butterfield wurde im Jahre 1801 in Berne, New York geboren. Er wuchs auf einer Farm im Zeitalter der Industrieellen Revolution, dem Zeitalter der ersten Dampflokomotiven, des Raddampfers und der ersten elektrischen Telegraphen, auf.
Im Alter von 19 Jahren erkannte er seine Ambitionen, von Beruf Postkutscher zu werden. Trotz seines strengen Auftretens wurde Butterfield von seinen Partnern, aber auch von seinen Mitarbeitern geschätzt als geradliniger und fairer Mann. Er war eine Führernatur mit einem geradezu unauslöschlichen Gedächtnis und einer großzügigen Seele. Er war ein echter Unternehmer des 19. Jahrhunderts, der die Herausforderung riskanter Geschäfte genoss, die einerseits profitabel waren und andererseits dem Gemeinwohl dienten.
1850 überzeugte Butterfield Henry Wells und William Fargo von einer Partnerschaft ihrer Express Companies mit seiner eigenen, der Butterfield & Wasson Company, um somit die American Express Company zu gründen. Obwohl die American Express Company ursprünglich nur ein Express-Transport Unternehmen war, ist sie heute ein Weltunternehmen mit Sitz in New York und den Geschäftsbereichen Reise- und Versicherungsservice sowie internationale Finanzdienstleistungen und Bankwesen. 1857 gewann John Butterfield eine Ausschreibung und schloss einen 600.000 $ Vertrag über die Zustellung der St. Louis Mail nach San Francisco innerhalb von 25 Tagen. Dieser Vertrag, der größte den es für eine Landpostzustellung je gegeben hat, wurde der Butterfiells Overland Stage Company zugeschlagen, nachdem sich insgesamt 9 Mitbieter um den Auftrag beworben hatten.
Die Post vom Osten nach Westen wurde von privaten Unternehmen, davon einige unter bundesstaatlichen Vertrag, befördert. Es gab die verschiedensten Routen, sogar Routen über Südamerika mittels Dampfschiff. Ursprünglich verliefen die Landrouten nördlich von Albuquerque, New Mexico. Der Hauptpostmeister für den Süden der USA ordnete an, dass die neue Strecke an die Westküste über Fort Smith, Arkansas, dann weiter durch Texas nach El Paso, weiter über Fort Yuma, Californien und dann bis nach San Francisco führen müsse. Diese Route wurde „Ox-bow Route" genannt. Sie war um etwa 600 Meilen länger als die Originalroute. Butterfield stellte sofort neue Mitarbeiter ein, um die Stationen entlang der über 2000 Meilen langen Route zu unterhalten und die alle 30 Meilen aufgestellten Wassertanks zu versorgen. Einmal sagte er „Denkt daran Jungs, nichts auf Gottes Erde darf die Post aufhalten".
Obwohl Butterfield selbst noch nie weiter westlich als Buffalo, New York war, entschied er sich den Brieftransport auf der ersten Teilstrecke der ersten Fahrt der Ox-bow Route selbst durchzuführen. Am Morgen des 16. September 1858 erschien John Butterfield mit gelben Staubschützern an den Hosen, einem Hut mit flacher Krempe und der Hose in den Stiefeln. Er verließ die St. Louis Station mit 2 Postsäcken und einem Passagier, Waterman L. Ormsby, einem Korrespondenten des New York Herald. In Timpton, Missouri wartete John Butterfield 12 Stunden später mit einer Concord Postkutsche und 4 Pferden auf. Das Umladen dauerte gerade 9 Minuten, dann fuhr die Kutsche weiter nach Springfield. Butterfields Reise endete in Fort Smith. Der Korrespondent des New York Herald Mr. Ormsby reiste allerdings weiter durch Wüstengebiete, Gebirge und gefährliche Indianerterritorien bis nach San Francisco. Für ihn war diese Reise ein Ritt durch die Hölle. Von nun an bestand die Overland Mail weitere 2 ½ Jahre. Pro Woche wurden 2 Fahrten durchgeführt. Jeden Montag und Donnerstag verließ die Postkutsche morgens Tipton und San Francisco zu ihrer transkontinentalen Reise, um Passagiere und eine Fracht von bis zu 12000 Briefen zu befördern. Eine einfache Fahrt kostete 200 $ und das Endziel konnte in 22 Tagen erreicht werden. Die Butterfield Overland Stage Company beschäftigte mehr als 800 Mitarbeiter und hatte 139 Stationen mit 250 Postkutschen im Dienst.
Butterfields Route erstreckte sich über etwa 2800 Meilen. Nach 1100 Meilen erreichte der Reiseweg die Chihuahua-, Sonora- und Colorado-Wüste. Die Chihuahua-Wüste begann bei Horsehead Crossing am Pecos River in Texas. Die Strecke verlief für gewöhnlich Richtung Westen, mitten durch Texas über die Guadalupe Mountains bis nach El Paso. Von dort aus ging es weiter in nördliche Richtung ins Mesilla Valley und dann weiter Richtung Westen durch den südlichen Teil New Mexicos vorbei am Cooke's Peak. Der Reiseweg erreichte Arizona nahe Stein's Peak und verlief in die Sonora Wüste und dann durch Tucson und Yuma. In Richtung Nordwesten bog die Route ab in California's Colorado Wüste weiter in Richtung Los Angeles und San Francisco. Mit dem Vertrag über den Posttransport wurde die so genannte „Ox-Bow-Route" in neun Teilrouten von Westen nach Osten aufgeteilt.
| Teilroute 1 | San Francisco - Los Angeles | 462 Meilen | 80 Stunden |
| Teilroute 2 | Los Angeles - Fort Yuma | 282 Meilen | 72 Stunden |
| Teilroute 3 | Fort Yuma - Tucson | 280 Meilen | 72 Stunden |
| Teilroute 4 | Tucson - Franklin | 360 Meilen | 82 Stunden |
| Teilroute 5 | Franklin - Fort Chadbourne | 458 Meilen | 126 Stunden |
| Teilroute 6 | Fort Chadbourne - Cobert's Ferry | 282 Meilen | 65 Stunden |
| Teilroute 7 | Colbert's Ferry - Fort Smith | 192 Meilen | 38 Stunden |
| Teilroute 8 | Fort Smith - Tipton | 318 Meilen | 49 Stunden |
| Teilroute 9 | Tipton - St. Louis | 160 Meilen | 12 Stunden |
William Tallack ein englischer Geistlicher, der im Sommer 1860 von San Francisco nach St. Louis reiste, sagte, dass ein Passagier, der die Ankunft ersehnt, beunruhigt ist über die fast ununterbrochene Reise, mit keiner anderen Unterbrechung als einen Halt über etwa 40 min 2 mal am Tag und dabei einen kurzen Spaziergang. Ruhe bekam man nur nachts, sitzend und eingezwängt von den Mitreisenden und den prall gefüllten Postsäcken. Zudem waren Überfälle durch Indianer oder Raubüberfälle durch Gesetzlose eine ständige Bedrohung für einsame und unvorsichtige Reisende. Beunruhigend waren aber auch die hohen Anforderungen an die Kutschen, die unwegsames Gelände und schlechte Straßen bewältigen mussten. Im Falle eines Unfalls, einer Panne oder Krankheit während der Reise befand man sich in einer äußerst unglücklichen Lage, da man leichter angreifbar war.
Ein Journalist des San Francisco Daily Evening, der eine Reise von San Francisco nach St. Louis im Jahre 1858 unternahm, berichtete, dass die Ausstattung für die Reisenden aus zwei Decken, einem Revolver oder einem Messer, einem Mantel, etwas Wein zum Mischen mit Wasser und 3-4 Dollar für Provisionen bestand. „Passagiere werden nicht von der Postkutschenlinie mit Waffen ausgestattet", warnte der Journalist.
Im März 1860 wurde die Butterfield Overland Stage Company von der Wells, Fargo & Company übernommen. Grund dafür war die hohe Verschuldung Butterfields bei Wells und Fargo. Mit Beginn des Bürgerkrieges wurde die Butterfield Overland Mail eingestellt. Die letzte Tour der Overland Mail durch die Wüsten des Südwestens fand am 21. März 1861 statt. Wells Fargo betrieb weiterhin Routen weiter nördlich zu den Bergbau-Camps, bis dann die transkontinentale Eisenbahn die Postkutschenlinien ablöste.
Im Alter von 59 Jahren setzte sich Butterfield in seinem Haus in Utica, New York zur Ruhe und verstarb nach langer Krankheit im Jahre 1869.
Mit der Gründung dieser Postkutschenlinie ermöglichte Butterfield den Amerikanern Kommunikation über eine Entfernung von über 2000 Meilen und brachte sie damit dem Informationszeitalter ein Stück näher. Diese Leistung war zum damaligen Zeitpunkt einmalig.
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