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Der Standort Bad Arolsen-Mengeringhausen
Durch das Tor der Prinz-Eugen-Kaserne sind im Laufe ihrer Geschichte wohl Tausende von Soldaten (und auch einige Soldatinnen) gezogen, viele Ehemalige aus Heeres- und Luftwaffeneinheiten hatten hier ihre militärische Heimat, und nicht wenige sind im Waldecker Land heimisch geworden. Gute Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Garnison, gegenseitige Hilfe, Patenschaften und Integration bestimmten das Zusammenleben von Soldaten und Bevölkerung in "ihren" Garnisonsstädten.
Die Männer (und seit einigen Jahren auch Frauen) in grauer, später blauer Uniform sowie in grünen und zuletzt fleckgetarnten Kampfanzügen konnten sich im Stadtbild Bad Arolsens und Mengeringhausens stets willkommen fühlen. Sie wurden nicht als Geldquelle betrachtet - sie waren Teil des täglichen Miteinanders. Die Einheiten gingen Paten- und Partnerschaften ein, Veranstaltungen der Garnison waren der Unterstützung seitens der Bundeswehr sicher, die Zivilisten besuchten "ihre" Bundeswehr-Events, wie z.B. Standort-Bälle, Tage der offenen Tür, Standort-Biwaks, Empfänge und was es nicht alles gab. Wahrlich alles gute Gründe, warum der Abschied schwer fallen muss!
Die Geschichte des Bundeswehrstandortes in Mengeringhausen begann am 27. Mai 1958 mit einem einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Am 7.November 1961 bezog das Feldartilleriebataillon 45 nach dreijähriger Bauzeit die Prinz-Eugen-Kaserne. Das neu gebildete Panzerbataillon 44 folgte am 11.Januar 1962. Im Laufe der Jahre bis 1994 waren u.a. die Panzerbataillone 61 und 63, das Panzerartilleriebataillon 65 sowie die Panzerjägerkompanie 60 auf dem Mengeringhäuser Hagen stationiert. Mancher Ortsansässiger hat noch gute Erinnerungen an das - auch nächtliche - Motorengebrüll und Kettengerassel der Panzer und den Gefechtslärm der Handwaffen, wenn der wind aus Richtung Standortübungsplatz in die Stadt wehte. Und auch die motorisierten Benutzer der Hagenstraße können ein Lied davon singen, wie oft sie in all den Jahren vor den geschlossenen Schranken wenden mussten, wenn das Heer (später auch die Luftwaffe) wieder einmal die "Panzerstraße" gesperrt hatte. Manch einer verwünschte das Militär wegen der unvermuteten Umwege.
Als Ende der 80er Jahre die hier stationierten belgischen Flugabwehrraketeneinheiten aus ihrem Sektor in ihre Heimat zurückverlegten, wurde noch vor dem Fall der Berliner Mauer und dem radikalen Umbruch im Ost-West-Verhältnis die Stationierung des damaligen Flugabwehrraketenbataillons 38 aus Schleswig-Holstein in den Raum Bad Arolsen/Burbach (NRW) und Homberg (Efze) /Lich eingeleitet und vollzogen. In neue Gebäude der Mengeringhäuser Kaserne zog die 1.Staffel der 38er ein und war somit 1990 die erste Luftwaffeneinheit im Waldecker Land. Die "Blauröcke" mit ihren Raketen blieben Exoten bis zum Einzug ihrer Kameraden der 5. und 6.Staffel im Jahr 1993/1994 - einher ging der schrittweise Abzug der Heereseinheiten.
Als ein erneuter Wandel der FlaRak Mitte der 90er Jahre dazu führte, dass die HAWK-Verbände wieder von sechs auf vier Kampfstaffeln pro Gruppe zurück gingen, wurden die zwei überzähligen Staffeln zu Geräteeinheiten deaktiviert und Teile ihres Materials in der Prinz-Eugen-Kaserne eingelagert.
Die Jahre 2001 und 2002 sahen wieder einmal einschneidende Strukturreformen der FlaRak. So sollte zwar Mengeringhausen durch Deaktivierung von zwei HAWK-Einheiten einschließlich ihrer Außenstellungen in Rhoden und Flechtdorf, sowie der Umzug der letzten HAWK-Staffel von Bad Arolsen nach Schöneck bei Frankfurt seine alten "Luftverteidiger" abgeben, aber dann waren doch vier neue PATRIOT-Einheiten der Flugabwehrraketengruppe 21 aus Nordrhein-Westfalen für die Kaserne vorgesehen. Die Zukunft der Prinz-Eugen-Kaserne in Mengeringhausen und damit der Garnison Bad Arolsen schien auf Jahre gesichert. Umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten in der Kaserne und auf dem Standortübungsplatz wurden durchgeführt, drei der vier Einheiten waren bereits eingezogen, da kam am 21.Mai 2003 mitten im superheißen Sommer und kurz vor dem Mega-Event Hessentag das Aus.
Heute nunmehr endet nach 43 Jahren die Zeit Bad Arolsens und Mengeringhausens als Bundeswehr-Garnision. Die letzte verbliebene HAWK-Staffel wird aufgelöst und alle drei PATRIOT-Einheiten werden im Laufe des Jahres nach Mecklenburg-Vorpommern verlegen. Die Prinz-Eugen-Kaserne wird noch im Mai 2005 von einem Nachkommando abgewickelt werden, bevor dann der letzte Soldat das Licht auf dem Hagen ausmacht, das Kasernentor abschließt und die Schlüssel bei der Standortverwaltung abgibt.
Quelle: Broschüre "Abschieds-Appell und letztes Standort-Biwak", 18.Juni 2004
Der Standortälteste Prinz-Eugen-Kaserne 34454 Bad Arolsen
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Einen Kommentar hinzufügen
Kommentar von Detlev Hennig | 04.05.2011
In meiner fünfzehnjährigen Dienstzeit, war Arolsen mein schönster Standort und ich bin enttäuscht über die Politiker, die auf Köpfen meiner ehemaligen Kameraden Ihre Politik und Sparwut ausgetragen haben. Viele Versprechungen und keinerlei Einhaltungen. Das einzige was Ihnen heilig ist, sind Sie selber und sonst gar nichts. Viele Grüße an meine ehemaligen Kameraden der 4./38 vom Detimator.
Detlev "Detimator" Hennig
Kommentar von Kay Schlickeiser | 25.02.2012
Also, es ist mal wieder interessant zu sehen, was aus meiner ehem. Kaserne geworden ist. 1995 war ich dort stationiert.