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Flugabwehrraketengeschwader 1 - "Schleswig - Holstein"

Wappen FlaRakG1Der Verband wurde 1959 in Bocholt als Flugabwehrregiment 3 aufgestellt. Dieses Regiment führte fünf mit der Flugabwehrkanone 40 mm L70 ausgerüstete Flugabwehrbataillone. Der Regimentsstab verlegte im Juli 1960 nach Osnabrück. 1965 erfolgte die Umrüstung auf das Waffensystem HAWK, die Umbenennung in Flugabwehrraketenregiment 3 und die Stationierung in Krummenort bei Rendsburg.

Im Juni 1967 bezogen Stab und Stabsbatterie die neu erbaute Wulf-Isebrand-Kaserne in Heide. Im Herbst 1989 wurde das Regiment zum Flugabwehrraketenkommando 1 umgegliedert und zusätzlich mit dem Waffensystem PATRIOT ausgestattet. Am 08.12.1989 erhielt dieses Kommando im Rahmen eines feierlichen Appells die Zusatzbezeichnung "Schleswig-Holstein". Mit Einnahme der Luftwaffenstruktur 4 wurde das Flugabwehrraketenkommando 1 "Schleswig- Holstein" zum Ende 1992 aufgelöst und als Flugabwehrraketengeschwader 1 "Schleswig-Holstein" neu aufgestellt.

Die Jahre 1994 und 1995 standen im Zeichen des Erreichens der Grundbefähigung für Krisenreaktionseinsätze, die nach Übungen im In- und Ausland und Absolvieren einer Taktischen Überprüfung durch HQ Aircent im Juni 1995 auch nachgewiesen werden konnte. Zwischenzeitlich verlegte der Geschwaderstab im Januar 1994 von Heide nach Husum. Zur Durchführung von Objektschutzaufgaben wurde Ende 1996 eine Luftwaffensicherungsstaffel aufgestellt und dem Kommodore direkt unterstellt.

Im Zuge der Implementierung der Luftwaffenstruktur 5 wurden im April 2002 die Luftwaffensanitätsstaffeln der Flugabwehrraketengruppen 26 und 39 an den Zentralen Sanitätsdienst abgegeben und im Juli 2002 die Flugabwehrraketengruppe 41 Roland dem Geschwader unterstellt. Die Luftwaffensicherungsstaffel des Geschwaders wurde im zweiten Quartal aufgelöst. Zum Jahreswechsel wurde die 6. Staffel der Flugabwehrraketengruppe 26 ebenso wie die Flugabwehrraketengruppe 39 aufgelöst, die als Flugabwehrraketengruppe 11 zunächst mit den HAWK-Anteilen wieder aufgestellt wurde. Im Sommer 2003 wurden in Stadum auch die Roland- Anteile der Flugabwehrraketengruppe 11 aufgestellt.

Zu Jahresbeginn 2004 wurde die Flugabwehrraketengruppe 11 vom truppenteilspezifischen Auftrag entbunden, die und die Flugabwehrraketengruppe 25 in Barnstorf und Ahlhorn dem Geschwader unterstellt. Am 30.06.2004 wurde die Flugabwehrraketengruppe 11 aufgelöst und ein Nachkommando eingerichtet. Am 01.01.2005 erfolgte dann am Standort Stadum die Neuaufstellung von zwei Staffeln der Flugabwehrraketengruppe 25. Die restlichen Staffeln wurden zum 01.07.2005 in Stadum in Dienst gestellt.

Der Schutz Deutschlands, die Integration in die "Erweiterte Luftverteidigung", die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union und die Bündnisverpflichtung des Nordatlantikvertrages sind entscheidende Faktoren für das zukünftige Aufgabenspektrum und die weitere Ausrichtung der Flugabwehrraketen-Kräfte der Luftwaffe. Die bodengebundene Luftverteidigung der Luftwaffe hat zum Ziel, einen weitreichenden und durchhaltefähigen Luftverteidigungsschutz in der unteren Abfangschicht zum Schutz von Räumen, Objekten bzw. Objektgruppen gegen bemannte Luftfahrzeuge, taktisch-aerodynamische und taktisch-ballistische Flugkörper sicherzustellen und zur Abnutzung des gegnerischen Luftkriegspotentials und zur Erringung einer günstigen Luftlage beizutragen. Dies schließt auch die Abwehr von mögliche Trägern von Massenvernichtungswaffen, insbesondere im Sinne der Flugkörperabwehr, mit ein.

Jeder Flugabwehrraketenverband der Luftwaffe stellt die Einsatzvorbereitung und -durchführung des Luftverteidigungsauftrages und die dazu erforderlichen Maßnahmen im Wesentlichen mit präsenten Mitteln und dem personellen Grundumfang sicher. Grundsätzlich ist die Verlege- und Führungsfähigkeit, auch über große Entfernungen innerhalb und außerhalb des NATOVertragsgebietes, sicherzustellen und integraler Bestandteil der Einsatzvorbereitung und Durchführung des Luftverteidigungseinsatzes. In dieser Hinsicht sind die Flugabwehrraketenverbände weitgehend aufwuchsunabhängig. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass lageabhängig auch auf Personal des Ergänzungsumfanges beim Vorliegen entsprechender Rahmenbedingungen zurückgegriffen werden kann.



Stab Flugabwehrraketengeschwader 1
"Schleswig - Holstein"
Aufstellung:

01.06.1965 als Stab FlaRgt 3
01.07.1965 Umbenennung in Stab FlaRakRgt 3
01.10.1989 Umbenennung in Stab FlaRakKdo
01.10.1993 Umbenennung in Stab FlaRakG 1

Unterstellung:
1959 - 1965 3.LvDiv bzw. 3. LwDiv
1965 - 1968 7. LwDiv
1968 4. LwDiv

Standorte:
1959: ESSEN/BOCHOLT
1960: OSNABRÜCK
1965: KRUMMENORT
1967: HEIDE
1994: HUSUM

Unterstellte Verbände:
LwFlaBtl 41 1959 - 1965
LwFlaBtl 42 1959 - 1960
LwFlaBtl 44 / FlaRakBtl 37 1959 - 1960
1968 - 1989
LwFlaBtl 46 / FlaRakBtl 38/ 1959 - 1989
FlaRakG 38
LwFlaBtl 48 / FlaRakBtl 39/ 1959 - 1989
FlaRakG 39
FlaRakG 26 1990 -
FlaRakStff 144 1987 -

Kommandeure/Kommodore:
1959: Oberstleutnant Gerhard W o e s l e r
1961: Oberstleutnant Hans-Joachim K r a u s e
1963: Oberst Wolfgang K l o s e
1967: Wahrnehmung der Geschäfte durch Kdr FlaRakBtl 38
1968: Oberst Gustav R e e c k m a n n (verst.)
1969: Oberst Otto F r a n k (verst.)
1971: Oberst Hans-Joachim W i l l e r t
1975: Oberst Adolf E b e n e r
1976: Oberst Karl S a s s e
1979: Oberst Georg K r e s s e r
1981: Oberst Harald K o e s t e r
1988: Oberst Michael V o l l s t e d t
1990: Oberst Bernhard M u e l l e r
1993: Oberst Wilhelm v o n S p r e c k e l s e n

StvKonmmandeure/StvKommodore:
1968: Oberstleutnant Heinrich S c h a a r e
1971: Oberstleutnant Helmut V a c h
1972: Oberstleutnant Dietrich K u h h a g e n
1975: Oberstleutnant Dieter S c h n e i d e r
1978: Oberstleutnant Manfred M u e l le r
1982: Oberstleutnant Hartmut P i c k e r t
1987: Oberstleutnant Manfred B e y e r
1989: Oberstleutnant Werner P o e s k e n
1993: Oberstleutnant Bernd F I e i s s n e r
1994: Oberstleutnant Peter W e r n e r

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Kommentar von Wagner, Erich | 30.08.2013

An den Administrator der Site Bofors, die Seite ist seit einiger Zeit nicht mehr zugänglich. Warum wurde sie gesperrt? Hin und wieder meldete sich doch noch ein Kamerad aus der Zeit aus Aurich. Vielleicht hätte man auch noch die Daten des Feuerleitgerätes rausgekriegt. Es ist richtig schade um die Seite.
Es grüßt Erich vom damaligen LWBTL 44 in Aurich.

Kommentar von Suelflow | 19.06.2014

Was ist aus Oberstleutnant Fassbender vom flarakrgt 3 geworden? War von 1971bis 1973 bei ihm im regimentsstab als Uffz. Tätig.