Das Waffensystem HAWK

Homing All The Way Killer

In den 50er Jahren wurde das Flugabwehrraketen-Waffensystem HAWK für die US-Army entwickelt und eingeführt. Anfang der 60er Jahre beschaffte die deutsche Luftwaffe das System und rüstete damit ursprünglich 36 Kampfstaffeln aus. Auftrag der HAWK-Verbände war die Bekämpfung von Flugzielen in tiefen bis mittleren Flughöhen bei einer Einsatzreichweite von ca. 40km.
Mehrfach umgerüstet, modernisiert und umstrukturiert stellte das Waffensystem HAWK neben der NIKE und später PATRIOT das zweite Standbein der NATO-Luftverteidigung in Mitteleuropa dar. Seine wichtigsten Vorzüge waren:

  • volle Mobilität, da alle Systemkomponenten auf Anhängern verlastet
  • Fähigkeit zur gleichzeitigen Bekämpfung von zwei Flugzielen
  • breites Einsatzspektrum, da sowohl gegen Hubschrauber, als auch gegen langsame Propeller- und schnelle Jet-Flugziele einsetzbar
  • flexibler Einsatz möglich durch gleichzeitiges Betreiben von zwei Halbstaffeln
  • technische Fähigkeiten zur Umgehung feindlicher Radar-Störmaßnahmen
  • Rechnerunterstützte Luftlage-Bedrohungsanalyse
  • Fähigkeit zur optischen Flugziel-Identifizierung und -verfolgung mit Infrarot-Kamera



Die Flugabwehrraketenstaffel konnte als kleinste taktische Feuereinheit selbständig den Feuerkampf mit Zielerfassung, Identifizierung und Bekämpfung durchführen.
Hier ihre wichtigsten Komponenten:

  • 2 Feuerleitstände (PCP - Platoon Command Post) mit je einem eingebauten Freund/Feind-Kenngerät (IFF - Identifikation Friend Foe)
  • 1 Zielerfassungs-Radargerät (CWAR - Continous Wave Aquisitions Radar)
  • 2 Zielverfolgungs-Radargeräte (HPIR - High Powered Illumination Radar) mit eingebauter Infrarot-Kamera
  • 6 Startgeräte (LCHR - Launcher - mit je 3 Lenkflugkörpern HAWK)
  • eine Fernmeldeanlage für Sprech- und Datenfink sowie Festnetzverbindungen
  • mobile Komponenten für Führung und Wartung/Instandsetzung
  • 2 Ladefahrzeuge (Loader) mit Kettenantrieb
  • mehrere Palettenanhänger (Einachser) zum Mitführen der Lenkflugkörper HAWK für Verlegung und Nachladekapazität
  • 8 Generatoren mit je 56kw Leistung



In der Regel wurde die Staffel im Einsatz von einer Kampfführungsanlage GEHOC (German HAWK Operation Center) geführt, konnte ihren Auftrag allerdings auch autonom durchführen.

Konfiguration einer PCP-Halbstaffel


Die ursprüngliche Konfiguration war die BCC-Vollstaffel-Konfiguration (BCC-Battery Control Center). Diese BCC-Vollstaffel konnte in zwei AFU's (AFU Assault Fire Unit) geteilt werden, eine BCC-Halbstaffel und eine PCP-Halbstaffel. Durch die Möglichkeit das Waffensystem in zwei Halbstaffeln zu teilen, konnte bei einer Folgeverlegung die eine Halbstaffel sichern bis die andere in ihrem Einsatzraum Stellung bezogen hatte und dann folgen.

 

tl_files/hawkies/wasys/hawk/afu.gif

Folgende Großgeräte gehören zum WS HAWK:

PCP

tl_files/hawkies/wasys/hawk/pcp/pcp.jpgPlatoon Command Post/Feuerleitstand
Das PCP ist die Befehls- und Leitzentrale. Im PCP laufen alle von den Geräten ermittelten Daten, sowie die von übergeordneten Befehlsständen gelieferten Kommandos und Informationen zusammen. Anhand dieser Daten, Kommandos und Informationen führt die Feuerleitcrew den Feuerkampf durch.

Weiterlesen …

CWAR

tl_files/hawkies/wasys/hawk/cwar/cwar3.jpgContinous Wave Auisition Radar. Das Dauerstricherfassungsradar.

Das CWAR ist das Erfassungsradar im WS HAWK. Es erfasst Flugziele bis ca. 65 km in sehr tiefen bis mittleren Höhen (0-3km) und liefert Zielinformationen wie den Seitenwinkel, Höhenwinkel, Geschwindigkeit und Störinformationen. Die Baugruppen sind Sender-Empfänger,

 

Weiterlesen …

IFF

IFF-Antenne auf DreibeinIdentification-Friend-Foe/Freund-Feind Identifikation
Das IFF der Firma Siemens in ist ein Sekundärradar, das heißt es sendet einen Impuls aus, der auf ein entsprechendes Antwortgerät (Transponder) im Flugziel trifft. Der Antwortimpuls des Transponders wird vom Empfänger des IFF-Gerätes aufgenommen wird und ausgewertet.

Weiterlesen …

HIPIR

HPIRDauerstrichbeleuchtungsradar
Der HPIR ist das Zielverfolgungsradar im Waffensystem. Es schaltet auf ein zugewiesenes Ziel auf, verfolgt es automatisch und beleuchtet es.

Weiterlesen …

Loader

Loader - BeladefahrzeugLoader (Beladefahrzeug)

 

Der Loader ist das Beladefahrzeug einer Hawk-Staffel/Batterie. Mit seiner Hilfe werden die Lenkflugkörper (LFK) zur Montage aus den Containern gezogen (Decanning) und danach entweder auf Paletten zwischengelagert oder direkt auf die Startgeräte verbracht. Das Beladefahrzeug kann bis zu 3 LFK transportieren und den Launcher (Startgerät) mit neuen LFK be- bzw. entladen.


Transportiert wurde der Loader auf der Ladefläche eines Mercedes Benz DB 1017 LKW 4x4. Zum Verladen des Loaders gab es in den Stellungsbereichen in der Regel eine Verladerampe.

Weiterlesen …

LCHR

LauncherDer Launcher ist ein mobiles Startgerät, welches bis zu 3 Lenkfugkörper trägt. Über eine Kabelverbindung wird der Launcher gesteuert. Zu jeder Firesection gehören drei LCHR. Diese drei Launcher werden per Kabel mit der LSCB (Launching Section Control Box) verbunden. Ein Bediener kann die drei Launcher von der Controlbox

Weiterlesen …

MSL

Heck einer Hawk-MissileMissle/Lenkflugkörper
Nach dem Start steuert die MSL im halbaktiven Zielsuchverfahren zum vorausberechneten Treffpunkt. Das Ziel wird durch den HPIR beleuchtet und die reflektierende Energie wird von der Antenne der MSL aufgenommen und in Verbindung mit dem Referenzsignal vom HPIR zur Steuerung auf den vorausberechneten Treffpunkt genutzt.

Weiterlesen …