MK 20

Die Maschinenkanone MK 20 RH 202 zeichnet sich durch ihre hohe Zuverlässigkeit, einfache Handhabung und vielseitige Einsetzbarkeit aus. Der Einsatzbereich erstreckt sich beispielsweise über die Verwendung dieser Waffe im Schützenpanzer Marder 1 A3, Spähpanzer Luchs, Luftlandepanzer Wiesel, Einzellafette FK 20-2 bishin zum Zwillingsluftabwehrgeschütz.

Maschinenkanone MK 20 RH 202 - Zwillingsanordnung - auf Kreta 1976.

MK20 Maschinenkanone MK20 Maschinenkanone
   
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Entwicklung:
Als Nachfolgemodell für die 20 mm Kanone HS 820 plante der Bund eine Weiterentwicklung, die Rheinmetall unter der eigenen Bezeichnung Rh 202 anbot. Diese Waffe sollte nicht nur wesentlich preiswerter sein als die 20 mm MK HS 820, sondern auch wesentlich besser: Sie musste "ein Maximum an Feuerbereitschaft, Lebensdauer, Wetterfestigkeit, Unempfindlichkeit gegen Schmutz, Flugsand und Wasser, Einfachheit der Bedienung und Wartung aufweisen".

Für die Verwendung der Rh 202 bot sich in erster Linie der von Henschel neu entwickelte und 1968 erstmals vorgeführte Schützenpanzer Marder an. Aber nicht nur der Marder, sondern alle, aufgrund der politischen Situation 1968 (Einmarsch der Sowjettruppen in Prag) gleichzeitig eingeführten Waffensysteme - die Illing- und Flak-Zwilling-Lafetten (diese von Rheinmetall) sowie der Späh-Panzer-Rad-Schwimm 8x8 - wurden mit insgesamt 6.630 Kanonen MK 20 mm Rh 202 ausgerüstet.

Die Serienfertigung in Düsseldorf und in der zweiten Fertigungsstätte bei Mauser in Oberndorf begann im Mai 1970. Anfängliche Probleme in der Fertigung waren schnell gelöst, und die Rh 202 avancierte im Dienste der Bundeswehr zu einer Rheinmetall-Erfolgsgeschichte: 1967 nahm das Bundesverteidigungsministerium diese automatische Kanone für die Einführung in allen Truppengattungen an: "Durch die einheitliche Verwendung der 20 mm Rh 202 bei Heer, Luftwaffe und Marine ist damit in der Bundesrepublik Deutschland für eine überschaubare Zeit die waffen- und munitionsmäßige Standardisierung sichergestellt."
(Quelle: Rheinmetall)

Technische Daten der MK20

  • Funktion: kombinierter Gasdrucklader und Rückstoßlader
  • Kaliber: 20 x 139 mm
  • Kadenz: 880 - 1.030 Schuss pro Minute
  • Effektive Reichweite: 2.000 m
  • Schussreichweite: 7.000 m
  • Mündungsgeschwindigkeit: 1.050 bis 1.150 m/s
  • Gewicht (Munitions-Einzelzuführung): 75 kg
  • Gewicht (Munitions-Doppelzuführung): 83 kg
  • Gesamtlänge: 2.612 mm
  • Rohrlänge: 2.002 mm
  • Geschoßgewicht: 134 g
  • Rückstoßkraft: 550 kg - 750 kg



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Kommentar von Peter Sörensen | 10.02.2017

Ich habe von 1975 bis 1984 2 mal im Jahr mit meinen Kamerraden als FlakFw auf Kreta teilgenommen. Meine Einheit war die 1.FlaRak Btl 39 aus Süderbrarup. Es waren bis auf 1975 und 1976 (Absturz 1975 Transall mit unseren 42 Kamerraden) danach immer erlebnisreiche Tage für die jungen Soldaten.

Kommentar von Karl-Heinz Panzer | 05.04.2015

Auch ich habe Ende Okt. - Anfang Nov. 1976 auf dem Schießplatz in Kreta gestanden. War als Flak-Schütze und Flak-Mech ausgebildet. Meine Einheit war die 4/32 Fernmelde der Luftwaffe in Lauda. Wir waren alle (bis auf wenige Ausnahmen)Zweitfunktioner, es waren angenehme Tage damals auf Kreta.
Karl-Heinz Panzer

Kommentar von Werner Berhorst | 08.11.2012

Bin Flak-Mech.
1977 beim 2./ FLARAK- BATTERIE 38 Heide

Kenn die Waffe in und auswendig

Kommentar von Detlev Hennig | 04.05.2011

In meiner Dienstzeit beim JaboG 43 wurde ich als 1.LRB und auch als Geschützführer ausgebildet und eingesetzt. Dem Kommentar kann ich nur zustimmen und halte ihn für sehr gut.
Detlev Hennig