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Die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer Die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer übergeben im Januar 1956 in Fort Bliss eine Fahne der Bundesrepublik Deutschland an Brigade-General Albert G. Franklin.
   

Am 01. Januar 1956 wurde die erste Lehrgruppe der Bundeswehr aufgestellt, die "Lehrgruppe Andernach". In Andernach war die Flugabwehrtruppe durch zwei Lehrzüge vertreten, die später in das am 01. April 1956 aufgestellte Flugabwehrlehrbataillon Rendsburg integriert wurden.
Am 01. Juli 1957 wurde dann die Flugabwehrschule Rendsburg aufgestellt. Oberst Eugen Walter war der erste Kommandeur der Flugabwehrschule und spätere kommandierende General der Luftwaffengruppe Nord.

Die Flugabwehr war anfangs noch komplett dem Heer unterstellt. Sie hatte 2 Hauptaufgaben:

  1. den Schutz von Luftwaffenanlagen und
  2. die Heeresflugabwehr.

1957 wurde die Flugabwehr aufgeteilt in die Luftwaffen- und Heeresflugabwehr. Die Flugabwehrschule und das Flugabwehrlehrbataillon blieben als gemeinsame Ausbildungseinrichtungen bestehen. Die Luftwaffe bildete ihre Soldaten am Waffensystem "Bofors", Flak 40 mm/L70 aus.
Die technologischen Fortschritte auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt und deren Nutzung für militärische Zwecke ließen schon bald erkennen, dass neue Waffensysteme mit Flugabwehrraketen auch für die Bundeswehr erforderlich wurden, um dem Luftverteidigungsauftrag gerecht werden zu können. Die weitere Entwicklung zur Raketenschule der Luftwaffe verlief nun zunächst zweigleisig.
Am 09. November 1957 wurde die Dienststelle "Deutscher Luftwaffenflugabwehrverbindungsstab Fort Bliss" geschaffen. Dieser Stab hatte den Auftrag, die Voraussetzungen für eine Ausbildung deutscher Soldaten an der damaligen US-Army Anti Aircraft Artillery and Guided Missile School (heute: USArmy Air Defense School) zu schaffen und diese Ausbildung sowohl administrativ als auch durch Sprachmittler zu unterstützen. Auch vorher wurden deutsche Soldaten hier in Fort Bliss ausgebildet. So überreichten die ersten Lehrgangsteilnehmer, die damaligen Oberleutnante Ebener (später Leiter ATV RakSLw USA) und Boetcher (später Leiter Schulstab RakSLw USA) dem US-Schulkommandeur mit beginn der ersten Ausbildung am 06. Januar 1956 eine deutsche Fahne.

Im Februar 1958 begann die Ausbildung des Schlüsselpersonals für das Waffensystem NIKE, die bis zum Dezember 1961 durchgeführt wurde. In dieser Zeit wurde sowohl das Wartungs- als auch das Bedienerpersonal für die FlaRakBtl 21 bis 26 ausgebildet.

Ab November 1961 wurde in ähnlicher Form das Schlüsselperonal der neun HAWK-Bataillone ausgebildet. Die Ausbildung wurde mit der Verbandsausbildung und dem Jahreschießen des FlaRakBtl 39 im August 1965 abgeschlossen. Zwischenzeitlich war zur Ausbildung des Instandsetzungspersonals im August 1961 in Redstone/Alabama ein Ausbildungskommando eingerichtet worden. Parallel zu dieser Ausbildung in den USA stellte die Flugabwehrschule Rendsburg im Jahre 1961 einen Lehrstab 3 auf, der später nach Aachen verlegte und sich nur mit Flugabwehrraketen-Waffensystemen befasste.

Ausbildung im Radarpark  Ein entscheidender Tag in der Geschichte unserer Waffe und dieser Schule war der 01. Oktober 1964. Von vielen Flugabwehrsoldaten zu Recht bedauert, wurden die Luftwaffenflugabwehrteile aus der Schule in Rendsburg/Aachen ausgegliedert und die Raketenschule der Luftwaffe in Aachen gemäß Aufstellungsbefehl vom 27. August neu aufgestellt. Eine gemeinsame Ausbildungseinrichtung der Flugabwehrtruppe der Bundeswehr bestand nun nicht mehr.
Die Unterstellung der RakSLw erfolgte unter das Luftwaffenamt, Inspektion Kampfverbände der Luftwaffe.

 

Bei ihrer Aufstellung war die Schule wie folgt gegliedert:

  • Stab Raketenschule der Luftwaffe
  • Stab Versorgungsbatterie
  • Instandsetzungsbatterie
  • Lehrgruppe A (Waffensystem Nike)
  • Lehrgruppe B (Waffensystem HAWK)
  • Luftwaffensanitätsstaffel A

Den Lehrgruppen waren Inspektionen nachgeordnet.

Auszug aus dem Befehl Luftwaffenamt vom 11. September 1964:

"1. Allgemeines
Die bisher gemeinsamen Einrichtungen der Flugabwehr
- Flugabwehrschule (FlaS)
- Flugabwehrversuchsgruppe (FlaVsuGrp)
werden neu geordnet.
Gleichzeitig wird aus Lehrstab 3/FlaS einschl. FlaRakLehrBtl sowie dem sonstigen Luftwaffenpersonal der FlaS und der FlaVsuGrp (soweit dieses nicht zum Heer überführt oder für anderweitigen Einsatz vorgesehen ist) die Raketenschule der Luftwaffe (RakSLw) ab 1. Okt. 1964 in Aachen aufgestellt."


 

Die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer Lehrgang HAWK44 R228 am 09.04.1965
   
Die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer Vorbeimarsch der RakSlw am Inspekteur der Luftwaffe nach der feierlichen Indienststellung der Schule in Fort Bliss am 08. Juli 1966.

 

Das Jahr 1966 wurde dann zu einem entscheidenden Jahr dieser Schule. Nach der Zuweisung einer eigenen Truppenfahne im April 1966 wurde die Schule am 12. Mai im Rahmen eines feierlichen Truppenappells in Aachen verabschiedet. Am 15. Mai traf das Vorkommando in Fort Bliss ein und am 08. Juli erfolgte die Indienststellung der Raketenschule der Luftwaffe USA durch den Inspekteur der Luftwaffe. Der Luftwaffenflugabwehrverbindungsstab wurde als Lehrgruppe C in die RakSLw USA eingegliedert.

 

Ausbildung 1974  Mit Befehl für die Umgliederung und Verlegung der Raketenschule der Luftwaffe vom 31. März 1966 erfolgte ab 1. Mai deren Verlegung an den Sitz des US-Air Defence Center in Fort Bliss, USA. Truppendienstlich war die Schule nun dem Deutschen Militärischen Bevollmächtigten USA/Kanada unterstellt (bis zur Aufstellung des Deutschen Luftwaffenausbildungskommandos USA zum 1. August 1966). Gleichzeitig wurde zusätzlich zu den bereits bestehenden Lehrgruppen A und B eine Lehrgruppe C (Waffensysteme Nike, HAWK, Pershing) aufgestellt.

 

Auszug aus dem Befehl Luftwaffenamt vom 22. April 1966:

"III. Durchführung
1. Durchführung
InKpfVbdLw hat die Verlegung und Umgliederung der RakSLw, sowie die Eingliederung des DtLwVerbSt USA als Lehrgrp C/RakSLw durchzuführen.

2. Verlegungstermine
Die Verlegung der RakSLw nach Fort Boiss/Texas (USA) hat zu erfolgen gem. Stufenplan vom 18.2.1966
(Vorg. 4):
- Vorkommando 15.5.1966
- Lehrgruppe (HAWK) 1.6.1966
- Lehrgruppe (NIKE)
und Rest RakSLw 1.7.1966 in Angleichung an die geplanten Lufttransporte."

 

 

Die Raketenschule der Luftwaffe im Jahre 1975 [mehr]



1984 erfolgte die Einnahme einer neuen Struktur nach einem neuen Bundeswehr- Schulmodell:

  • Schulstab mit Systemabteilungen S1 bis S4, S6, Stabszug, Truppenfachlehrergruppe Nike, Truppenfachlehrergruppe HAWK
  • Lehrgruppe Ausbildung mit den Abteilungen Ausbildungszielsetzung, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildungsdurchführung, Ausbildungsunterstützung, Fachlehrer
  • Lehrgruppe mit 6 Inspektionen
  • Gruppe ATV
Wappen der 2.Inspektion

Zum Oktober 1986 wurde die Ausbildung am Waffensystem "Nike" eingestellt; ein Jahr später mit der Ausbildung am Waffensystem "Patriot" begonnen.
Nach mehrfachen Umgliederungen ist die Schule zum heutigen Zeitpunkt folgendermaßen gegliedert:

  • Stabsgruppe mit Systemabteilungen S1 bis S4, S6, Stabszug
  • Gruppe Ausbildung mit Leiter Ausbildung und Lehre, 1. und 2. Inspektion
  • Gruppe WTTV (Weiterentwicklung von Taktik, Technik und Verfahren)

AusbildungsgebäudeVon 1966 bis 2005 wurde der Auftrag der Raketenschule der Luftwaffe mehrfach verändert. Grundsätzlich aber stand die waffensystembezogene taktische und technische Aus- und Weiterbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften im Mittelpunkt. Tiefgreifende Veränderungen ergaben sich aus der Umrüstung vom Waffensystem NIKE auf das softwaregestützte hochleistungsfähige Waffensystem PATRIOT Mitte der achtziger Jahre. Diese neue Entwicklung im Einsatz von Flugabwehrraketen-Kräften war der Anlass für ein Konzept zur Anpassung von Aufgaben, Kräften, Mitteln und Organisation der Raketenschule der Luftwaffe USA an die Einsatz- und Führungsstruktur der Flugabwehrraketen-Verbände der Luftwaffe.

Die Raketenschule der Luftwaffe hatte nach diesem Konzept drei Hauptaufgaben:

  • lehrgangsgebundene Einzelausbildung an den Waffensystemen HAWK und PATRIOT, sowie für Einsatz und Führung der Waffensysteme
  • Verbindungsaufgaben zu U.S. Dienststellen / Einrichtungen
  • Mitarbeit bei der Erstellung von flugabwehrraketen-spezifischen Konzepten und Grundlagen für Einsatz und Ausbildung, sowie für die Einbindung der Flugabwehrraketen in die Gesamtluftverteidigung

Die Ausbildung für das Führungs-, Bediener- und Wartungsmeisterpersonal wird in Qualifizierungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungslehrgängen durchgeführt.

Quellen: Die Luftwaffe, Broschüre: "20 Jahre Ausbildung deutscher Soldaten in Fort Bliss/Texas 1956-1976", Truppenpraxis Heft 7 15.05.1962, Desert Army - Fort Bliss on the Texas Border von Leon C. Metz, Bundesarchiv

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Kommentar von Hinnah Hartmut | 22.08.2016

Hallo Kameraden,
1966/67 war ich bei der 4. Flarak.21 in Datteln
stationiert.
Als beste Crew mussten wir 1967 nach El Paso zum schiessen.
Wer war noch dabei ?
Wäre schön, wenn sich jemand meldet.

Gruss
Hartmut

Kommentar von frank ronzdorf | 27.03.2015

tach

Kommentar von GERHARD FRIEDMANN | 19.12.2014

HALLO, LIEBE KAMERADEN
ICH WAR 1963 BIS 1971 BEI DER 3/FLARAK 32 FREISING.
1967 FORT BLISS, 228ER LEHRGANG.
IST NOCH JEMAND DA, AUS JENER ZEIT, JENEN RAEUMEN?
GRUSS AN ALLE, DIE DIESE SEITE AUFGESCHLAGEN HABEN, BESONDERS NATUERLICH AN JENE, DIE WIR UNS KANNTEN.

Kommentar von Patrick Thorbeck | 28.10.2014

Hallo an alle die diese Seite lesen.

Ich suche einen Reinhold Berghammer..wer evtl. etwas über Ihn weiss bitte melden.

Mein Vater war von 1962 bis 1965 in El Paso als Sprachmitler und Spieß eingesetzt.

Gruß

Patrick Thorbeck

Kommentar von Günther Pahl | 04.09.2014

Hallo ihr beiden. Der Name Czech ist mir noch bekannt. Ich war vom Mai 1960 bis November 63 als Sprachmittler für Nike im Dolmetscher Pool. Zwischenzeitlich nach Redstone Arsenal versetz. Doirt war ich neben der dolmetscherei der sogen. Spieß. Habe dann noch den Hawk 227 Lehrgang in Fort Bliss gemacht und im Nov.63 zum FlaRakBtl 32 vcersetzt worden. 1966 wieder in die USA zur Fa Hughes Aircraft in Fullerton. 1968 wieder zurück nach El Paso und 1969 zurück zur 2.Flarakbtl 32 in Erding.1977 auf Supervisor-Lehrgang und dann nochmal 14 Tage Umschulung. Bin also einer der US-geschädigten. Der einzige der mich noch übertroffen hat, war der Buschdorf, den Ihr bestimmt kennt. Einer meiner ( -)besten Freunde beim Bund. Im Sept 91 als Hauptmann pensioniert worden. Mein Spitzname war "Jimmy". Dem Wacker Ulrich bin ich bestimmt mal über den Weg gelaufen, kann mich aber nicht mehr erinnern.
Viele Grüße aus München und vielleicht können wir weiterhin über alte Zeiten - Heute wieder alles kaputt- in Erinnerung schwelgen
Günther Pahl

Kommentar von Wacker Ulrich | 09.09.2012

Hallo Peter, ich denke, daß wir uns kennen. ich war 227 beim 2. FlaRakBtl 32 in Freising . Reinhold Berghammer war 228 in der gleichen Batterie. War Z8 und von 1962 bis 1965 227 Sprachmittler in Fort Bliss. Man lernte sich im Pool kennen, weil wir dort auch noch an der Übersetzung der Fachausdrücke arbeiteten. Bin nun auch als Amtsrat in Pension seit 2003 und reise hin und wieder durch die USA ,
Grüße von mir und vielleicht kann man sich ja mal austauschen.

Kommentar von Peter Czech | 16.02.2012

Mit großer Freude habe ich das Bild vom "228" am 09.04.1965 entdeckt. Bei diesem Lehrgang war ich Sprachmittler und habe anschließend mit ein paar Soldaten dieses Lehrgangs noch den "Simulator TPQ 21" Lehrgang gemacht um danach, als Stuffz, nach Nörvenich, Rendsburg, Heide versetzt zu werden. Von 71-73 war ich in der 4. Inspektion als Hfw Ausbilder. In der gleichen Inspektion ,als OFhr, besuchte ich 75-76 den Hawk BCO Lehrgang und am Ende aller Aufenthalte in Fort Bliss 80-81 als Lt den Superviso-Lehrgang. 1993 wurde ich in Freising als Hauptmann in den Ruhestand versetzt.
Also ein ausgefülltes Fort Bliss-Soldatenleben.

Schade, dass man bei der Schließung der RakSlw nicht anweend sein kann.
Mit freundlichen Grüßen

Peter Czech