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Burbacher Soldaten kehrten heim vom Oderdeich

08.04.2007 13:59 von Jens Joel (Kommentare: 0)

Pressemitteilung vom 08.09.1997

2,1 Millionen Sandsäcke geleert
Harte Arbeit zahlte sich aus - Hitze und Mücken getrotzt


Burbach. Der unter Führung von Oberst Robert Löwenstein, Kommodore des Flugabwehrgeschwader 4, unter umfangreicher Beteiligung der Soldaten aus Burbach für Aufräumungsarbeiten im nördlichen Oderbruch in der Stärke von 500 Frauen und Männern zusammengezogene Einsatzverband der Luftwaffe zieht jetzt nach 13 Tagen Katastrophenhilfe eine neeindruckende Bilanz. Bei hochsommerlichen Temparaturen und Schwärmen von Mücken wurden insgesamt 35000 Arbeitsstunden erbracht, über 2,1 Millionen Sandsäcke geräumt und entleert, fast 20 km Deichkrone gesäubert, rund 800 Tonnen Sonderschmutz auf Deponien entsorgt und nahezu 450000 Sandsäcke für die laufende Sendenaktion "Ein Sandsack für die Oder" unter der Schrimherrschaft von Verteidigungsminister Rühe palettiert. Eine Arbeitsleistung, auf die die Soldaten laut Pressenotiz "mit Recht stolz sein können".
Dieses Ergebnis war nur möglich, so Oberstleutnant Axel Schmidt, der am 1. Oktober neuer Kommandeur der in Burbach beheimateten Flugabwehrraketengruppe 38 wird, "weil bei den ausschließlich freiwillig gemeldeten Soldaten eine hervorragende Motivation und der unbedingte Wille, den Menschen im Oderbruch helfen zu wollen, gegeben war".

Trotz des regen Interesses der Medien sowie mehrerer prominenter Besucher vor Ort, so zum Beispiel Innenminister Manfred Kanther und Verteidigungsminister Volker Rühe, behielten alle Soldaten einen kühlen Kopf und stürzten sich jeden Tag aufs neue voller Tatendrang auf die schier endlos erscheinenden Sandberge. Die Zivilbevölkerung dankte es den soldaten wiederholt mit Grillfesten, Kaffee- und Kuchenspenden am Deich sowie zahlreichen Einladungen. Am nachhaltigsten wurden jedoch von den Soldaten die kleinen Anerkennungen von dankbaren Bewohnern des Oderbruchs "im Vorbeigehen" notiert.

 

Während des unter reger Beteiligung von Vertretern der Kommunen und betroffenen Bürgern durchgeführten Abschiedsappells auf dem Flugplatz in Neuhardenberg resümierte Oberst Robert Löwenstein die Erlebnisse der rund zwei Wochen Oderhilfe. Er beleuchtete dabei die geschichtlichen Hintergründe der Trockenlegung des oderbruchs vor 250 Jahren ebenso wie den dramatischen Verlauf des Jahrhunderthochwassers. Gleichzeitig warnte er jedch vor verfrühter Euphorie über den gerade errungenen "Sieg" über das Oderhochwasser, daa der Weg zur endgültigen Sicherung des Oderbruchs noch weit ist und umfangreiche Deicharbeiten noch anstehen. Auch das entstandene herzliche Verhältnis zur Zivilbevölkerung wurde gewürdigt, wobei sich Oberst Löwenstein insbesondere für die hervorragende Unterstützung seitens aller beteiligten zivilen und militärischen Dienststellen bedankte. Mit besonderem Nachdruck hab es die hohe Leistungsbereitschaft sowie den teamgeist vor allem der wehrpflichtigen Kameraden hervor. Er wünschte allen Soldaten und zivilen Gästen ein paar angenehme Stunden bei der Abschlussfeier, die unter dem Motto stand: "Vom Airman zum Sandman" sowie allen Einheiten eine glückliche Heimkehr in die Heimatstandorte.

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