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Ehemaliges Militärgelände

01.03.2006 18:38 von Jens Joel (Kommentare: 0)

Bioenergiepark Nordwaldeck:

Infraserv Höchst wird Partner der Stadt Bad Arolsen Ehemaliges Militärgelände soll entwickelt werden -Kommune nutzt Kompetenz der Industriepark-Betreibergesellschaft

Auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne in Bad Arolsen soll der Bioenergiepark Nordwaldeck entstehen. Die Bad Arolser Kommunalbetriebe (BAK) und Infraserv Höchst, Industrie-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main und Betreibergesellschaft des 4,6 Quadratkilometer großen Industrieparks Höchst, beabsichtigen, das Projekt gemeinsam zu entwickeln. Am Donnerstag wurde in der Stadtverordnetenversammlung ein Letter of Intent verabschiedet, der Grundzüge einer möglichen Zusammenarbeit definiert.

Im Süden der nordhessischen Kommune befinden sich das 29 Hektar große ehemalige Kasernengelände sowie ein 330 Hektar umfassender Truppenübungsplatz. Bis November letzten Jahres wurde das Areal von der Bundeswehr genutzt. Nun bietet sich die Fläche für eine gewerbliche Nutzung an, wobei die Entwicklungsmöglichkeiten auf der Basis eines professionellen Flächennutzungskonzeptes optimal ausgeschöpft werden sollen. Nach einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren, an dem sich 17 Interessenten beteiligt haben, hat sich die Stadt Bad Arolsen für Infraserv Höchst als Partner entschieden.

Ganzheitliches Flächennutzungskonzept
Hinter dem Begriff „Bioenergiepark" verbirgt sich ein ganzheitliches Flächennutzungskonzept, das verschiedene Anlagen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe vorsieht. In Frage kommen ein Biomassekraftwerk sowie Produktionsanlagen für Bioethanol, Biodiesel oder Biogas, wobei sich aus dem Verbund derartiger Anlagen und den vergleichbaren Anforderungen an die Infrastruktur des Standortes erhebliche Synergieeffekte realisieren lassen. Ein Konzept, das im Industriepark Höchst seit Jahren sehr erfolgreich praktiziert wird. Hier sind 80 Unternehmen ansässig, die überwiegend den Branchen Chemie, Pharma und Biotechnologie angehören. Die technisch komplexe Infrastruktur des 460 Hektar großen Geländes muss sehr spezifischen Erfordernissen gerecht werden. Als Standortbetreibergesellschaft wird Infraserv Höchst diesen Anforderungen gerecht - das im Industriepark Höchst praktizierte Betreibermodell hat Modellcharakter für andere Chemie- und Pharmastandorte.

Infraserv überzeugt mit Kompetenz und Know-how
„Die Kompetenz als Standortbetreiber und das technische Know-how von Infraserv Höchst waren absolut überzeugend", beschreibt Gerhard Schaller, Bürgermeister der Stadt Bad Arolsen, die Vorteile der Zusammenarbeit aus Sicht der Kommune. „Gerade im Energiebereich gibt es Entwicklungspotenziale, bei der die regionalen Kenntnisse einer Kommune zusammen mit der Erfahrung einer Industriepark-Betreibergesellschaft zum Vorteil der gesamten Region miteinander verbunden werden können." Diese Ansicht vertritt auch Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst: „Eine professionell und effizient gemanagte Infrastruktur ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für einen
derartigen Standort. Hier können wir unsere Erfahrungen und unser Fachwissen einbringen. Der Erfolg dieses Projektes hängt aber auch maßgeblich von einer erfolgreichen Standortansiedlungspolitik und der Akzeptanz in der Region ab, wobei die enge Zusammenarbeit mit den kommunalen Gremien eine optimale Basis darstellt."

Biomassekraftwerk mit 20 Megawatt elektrischer Leistung geplant

Nach der Zustimmung durch die Stadtverordnetenversammlung wird nun eine Machbarkeitsstudie erstellt, um die Wirtschaftlichkeit des Bioenergieparks zu prüfen. Falls das Ergebnis positiv ausfällt, kann in der ersten Hälfte des nächsten Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das in den folgenden Monaten die Planungsgrundlagen für den Bioenergiepark schafft. 2007 können dann erste Anlagen entstehen. Bei dem
Gemeinschaftsunternehmens werden Bad Arolser Kommunalbetriebe (BAK) die Mehrheit der Anteile halten.
Dieses Unternehmen soll das Kasernengelände inklusive des ehemaligen Truppenübungsplatzes aus dem Besitz des Bundes erwerben und dort ein Biomassekraftwerk errichten und betreiben - vorgesehen ist eine Anlage mit bis zu 20 Megawatt elektrischer Leistung. Das Gemeinschaftsunternehmen wird zudem für den Betrieb der
Infrastruktur verantwortlich zeichnen und Flächen sowie Gebäude an interessierte Unternehmen vermieten und
Erbpacht in Aussicht stellen.

Beide Partner sehen in dem Bioenergiesektor einen Wachstumsmarkt, da der Energie- und Kraftstoffbedarf in
Deutschland steigen wird und Biomasse unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten eine sinnvolle
Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellt. Das wirtschaftliche Risiko eines solchen Projektes kann durch
Fördermittel, die für die Konversion ehemals militärisch genutzter Liegenschaften und für Investitionen in
umweltschonende Energieversorgungsanlagen zur Verfügung stehen, reduziert werden.
Ein wichtiger Aspekt: Für die Landwirte in der Region ergeben sich durch einen Bioenergiepark neue Absatzmöglichkeiten für Holz, Zuckerrüben und eine Reihe so genannter Energiepflanzen, die im Umfeld des Standortes verfügbar sind.
Das Interesse bei ansiedlungswilligen Unternehmen ist vorhanden: Bürgermeister Schaller liegen bereits eine ganze Reihe Anfragen interessierter Firmen vor, die aus der Bioenergie-Branche kommen oder aber an professionell entwickelten Gewerbeflächen interessiert sind.

Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein führender Dienstleister und ganzheitlicher Standortbetreiber
für die Chemie- und Pharmaindustrie. Infraserv GmbH & Co. Höchst KG versorgt Unternehmen der Prozessindustrie mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Facility Management, Umweltschutz sowie Sicherheit und Entsorgung. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis und Technion zur Infraserv-Höchst-Gruppe.

Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt 2.089 Mitarbeiter und 209 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 3000 Mitarbeiter und 254 Auszubildende. Im Jahr 2004 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 907 Millionen Euro.

Der Industriepark Höchst ist Standort für über 80 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; 89 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2004 rund 390 Millionen Euro am Standort.

Sämtliche Pressemitteilungen und -fotos von Infraserv Höchst finden Sie im Internet unter www.infraserv.com.
Die Rufnummer der Presse-Hotline: (069) 305-5413.

 

Michael Müller

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