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Im Einsatz für den Volksbund in Ungarn

05.07.2007 19:12 von Jens Joel (Kommentare: 0)

Im Einsatz für den Volksbund in Ungarn

3 aktive Soldaten der 1./38 mit den Reservisten der Kreisgruppe Marburg-Biedenkopf im Einsatz für den Volksbund in Ungarn

16. bis 26. August 2004

1.Tag Montag, 16.August

-Anreise-

Zwischenstop auf dem Weg nach UngarnAm 16 August 2004 trafen sich 12 Reservisten der Kreisgruppe Marburg-Biedenkopf und 2 aktive Soldaten der 1.FlaRakGrp 38 aus Bad Arolsen in der Neustädter Ernst-Moritz-Kaserne, um zu einem zweiwöchigen Arbeitseinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof Budaörs in Ungarn aufzubrechen. Alle Teilnehmer waren pünktlich um 7 Uhr vor Ort. Nachdem das Gepäck verstaut, Verpflegung gefasst und alle Formalitäten erledigt waren, erfolgte um 8 Uhr die Abfahrt in Richtung Ungarn.
Aufgrund der Tatsache, dass wir mit Fahrzeugen der Bundeswehr unterwegs waren, hatten wir einen festen Zeitplan für Fahrzeiten und Grenzübertritte einzuhalten.

Die Fahrstrecke:

Neustadt(Hessen) - Kirtorf - Alsfels - A5 - AD Hattenbach - A7 - Würzburg - A3 - Biebelried - Passau - Linz - Wien - Budapest

Der Grenzübertritt nach Österreich erfolgte um 14:40 Uhr. Zügig wurden hier die für die Autobahnen erforderlichen Vignetten erstanden und die Fahrt fortgesetzt.
In Wien wurde unsere Kfz-Kolonne aufgrund widriger Beschilderung und dichtem Verkehr auseinander gerissen. Erst ca. 10km nach der österreichischen Bundeshauptstadt traf sich die Kolonne wieder. Der Grenzübergang nach Ungarn nahm etwas mehr Zeit in Anspruch, da neben den Autobahnvignetten auch noch die örtlichen Zahlungsmittel erstanden werden mussten. Alles Weitere verlief dann reibungslos. Gegen 21:00 Uhr trafen wir in Budapest ein. Untergebracht waren wir in der Kaserne des ungarischen Wachregiments, dessen Wachbataillon 3 Stuben für uns hergerichtet hatte.

UnterkunftDie spartanische, teils noch aus sozialistischer Herkunft stammende Einrichtung wurde durch für uns extra beschaffte Fernseher und radios aufgewertet. Diese sollten wir aber aus verschiedenen Gründen nicht nutzen; 1. Niemand von uns sprach ungarisch, also konnten wir dem Programm nicht folgen und 2. Nach der Arbeit auf dem Friedhof waren wir Abends zu erschöpft, um auch noch fernzusehen und 3. Nutzen wir die knappe freie Zeit, um unsere Gastgeber kennenzulernen.
Nach der Einweisung auf die Stuben und dem Vestauen des Gepäcks wurden wir mit einem sehr reichhaltigen Abendessen empfangen.

2. Tag Dienstag, 17.August

-1.Arbeitstag-

Hier haben sich 2 Freunde gefunden :O)Nach einer erholsamen Nacht wurde um 05:45 Uhr aufgestanden, danach Frühstück um 06:50 Uhr. Zum ersten mal sehen wir unsere ungarischen Kameraden, wir werden mit großen Augen bestaunt. Nach dem frühstück verzögert sich unsere Abfahrt, da unsere Fahrzeuge in einem Sicherheitsbereich eingeschlossen sind und wir nicht an sie heran kommen. Um 08:30 Uhr können wir dann endlich in Richtung Friedhof verlegen und kommen dort gegen 09:00 Uhr an. Wir wurden dort schon von Herrn Norbert Hambuch, dem Beauftragten des VDK in Ungarn erwartet und freundlich begrüßt. Nach einer gründlichen Einweisung in den Friedhof, die Hintergründe seiner Entstehung und die uns bevorstehenden Aufgaben, begannen wir mit der Arbeit an den Gräberstätten.
Mit Freude und Begeisterung wurden bereits am ersten Vormittag die Ausschachtungen für die Fundamente der Grabsteine begonnen, wobei bis zur Mittagspause schon ein Teil der zu erstellenden Schachtungen abgeschlossen werden konnten.
Der Nachmittag war für eine Besichtigungstour von Budaörs und Umgebung vorgesehen. Unser einheimischer Fremdenführer, Herr Heß, führte uns zu einer Kapelle hoch über Budaörs. erklärte die Geschichte dieses Ortes und der Gemeinde, insbesondere mit Hinblick auf die Folgen des Krieges, unter denen die dortige Bevölkerung durch Vertreibung und Verwüstung zu leiden hatte.
Nach einer kleinen Erfrischung in einer Gaststätte ging es dann wieder zurück nach Budapest, wo wir zur Zitadelle fihren und dann den herrlichen Blick auf die Donaustadt genießen konnten. Herr Heß erklärte uns auch hier wieder die Besonderheiten der Stadt, geschichtliche Ereignisse wurden erläutert und so die Vergangenheit wieder erlebbar gemacht. Nach Abschluss der Führung verlegten wir wieder in die Kaserne, wo bereits das Abendessen auf uns wartete. Anschließend war noch genügend Zeit, um kleine Besorgungen zu machen und mit Kameraden bei einem kühlen Getränk über das Erlebte des Tages zu plaudern.
Aufgrund der hohen Tagestemperaturen hatten wir beschlossen, schon um 04:00 Uhr morgens mit der Arbeit zu beginnen, um der glühenden Mittagshitze zu entgehen und trotzdem mit den Arbeiten gut voran zu kommen.

3.Tag Mittwoch, 18 August

-2.Arbeitstag-

Ausheben der FundamenteTrotz des frühen Aufstehens war die Stimmung bestens, als wir noch in der Dunkelheit zum Friedhof fuhren. Geplant war, die Ausschachtungsarbeiten zu beenden unund mit dem Vorbereiten der Fundamente für die Grabsteine zu beginnen. Dies sollte folgendermaßen ablaufen: nachdem die Grube für das Fundament bis auf eine bestimmte Tiefe ausgehoben war, wurden Höhenrichtlinien gespannt, die die fertige Höhe der Grabsteine markierten. Von der fertigen Höhe wurde dann die Aufbauhöhe des Schottergrundes für das Fundament errechnet und eingebracht. Diese Arbeiten erwiesen sich dann doch als umfangreicher als zunächst erwartet. Schubkarre um Schubkarre mit Erdaushub wurde abgefahren bis zum Nachmittag alle Ausschachtungen abgeschlossen waren.
Damit ging für uns auch einer der anstrengendsten Arbeitstage auf dem Friedhof zuende. Der Tag wurde, wie immer, im Kreise der Kameraden bei kühlen Getränken und guten Gesprächen beendet.

4. Tag Donnerstag 19. August

-3. Arbeitstag-
Wie am Tage zuvor hatten wir beschlossen, zeitig am Friedhof zu sein, um noch in den kühlen Morgenstunden das Gros der körperlich anstrengenden Arbeit erledigen zu können. Doch wollten wir diesmal nicht ganz so früh aufstehen wie gestern, außerdem wollten wir uns als "Belohnung" für die gestrige Arbeit eine Stunde mehr Schlaf gönnen. Auf dem Tagesprogramm standen neben dem Ausfüllen und Nivellieren der Fundamentuntergründe auch gärtnerische Arbeiten, wie Baumpflege und Bewässerung. Alles in Allem hatten wir wieder viel zu tun, die Arbeiten gingen aber routiniert und zügig voran, auch in Hinblick auf den kommenden ungarischen Nationalfeiertag, an dem auch wir die Arbeit ruhen lassen sollten.
Am späten Nachmittag waren die Arbeiten soweit beendet, dass am Montag mit dem Setzen der ersten Fundamentsteine begonnen werden konnte.

5. Tag Freitag 20. August

Nationalfeiertag

Das Parlament in BudapestAn diesem Tage, dem Tag der Verfassung, waren wir Gäste des ungarischen Verteidigungs- ministeriums. Wir hatten die Ehre und das Vergnügen, bei der feierlichen Übergabe der ungarischen Offiziersämter an die Truppenteile vor dem Parlament eingeladen zu sein. Schon früh am Morgen waren in der Stadt Menschenmengen unterwegs, um ihren Nationalfeiertag zu begehen. Neben der Freisprechung der jungen Offiziere, bot ein breites Programm an Unterhaltung kurzweil für die Besucher. Ein Platzkonzert des ungarischen Musikkorps eröffnete die feierliche Zeremonie. Für uns hatte man extra Plätze in der Ehrenloge inmitten des diplomatischen Korps reserviert. Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir dann diesen Staatsakt aus nächster Nähe bewundern.

berittene Husaren im HintergrundBegleitet von berittenen Husaren und der Ehrengarde marschierten die Offiziersanwärter vor dem Parlament auf und legten vor der versammelten Regierung und den geladenen Gästen ihren Eid auf die Verfassung ab. Wir waren alle sehr beeindruckt von der Feier, vom festlichen Rahmn und von dem hohen Stellenwert, den das kleine ungarische Militär dennoch in der Bevölkerung hat. Übertragen wurde diese Feier auch vom ungarischen Fernsehen. In deren Beiträgen wurden wir mehrfach eingeblendet und unsere ungarischen Kameraden meinten später, dass wir dort auch "eine gute Figur" gemacht hätten. Nach der Feier hatten wir dann noch die Möglichkeit, die ungarische Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden und etliche Sehenswürdigkeiten zu
entdecken. Am nächsten Tag sollten wir noch einmal die Gelegenheit bekommen, in die Stadt zu gehen, da dort die Besichtigung des ungarischen Militärmuseums geplant war.

6. Tag Samstag 21. August

Militärmuseum

Militärmuseum BudapestDer Tag begann, wie so oft, mit einem ausgiebigen Weißbrotfrühstück und mit sehr wenig Kaffee. Den Schwerpunkt des Tages bildete der Besuch des ungarischen Museums für Kriegsgeschichte auf dem budapester Schlossberg. Zuvor genossen wir jedoch das herrliche Panorama von Pest, welches sich von der Fischerbastei bietet. Nach der freundlichen Begrüßung durch den Museumsleiter, Herrn Oberst ...*, führte uns Frau ...* durch die Sammlung. Trotz ihres Hanges zu heraldischen und kulturgeschichtlichen Details gewährte sie uns erhellende Einblicke in die ungarische Militärgeschichte. Auf Grund der Dauer des Rundgangs erkundeten die meisten Kameraden die Sammlungen zum I. und II. Weltkrieg auf eigene Faust, wobei besonders die Sonderausstellung
"Tragödie am Don 1942" beeindruckte. "Der Kessel von Budapest" wird dem Publikum leider erst im nächsten Jahr präsentiert, was aber für jeden interessierten Besucher ein Grund sein sollte, die Ausstellung nochmals zu besuchen. Nachdem OLT Stickler dem Leiter des Museums als Dank und Anerkennung eine Kachel der Bezirksgruppe Gießen des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr überreicht hatte und uns verabschiedete, trennte sich die Reisegruppe.

Ausblick vom Burgberg in BudapestEin Teil der Gruppe erkundete eine Gaststätte in Budakezi, während die Kameraden Pozzi, Huber und Dienst sich anschickten, die große Markhalle und die Altstadt von Pest zu erkunden. Auf dem Weg dorthin passierten sie den Eingang des Autotunnels, der einst als deutscher Gefechtsstand bei den Kämpfen um Budapest diente. Hier konnten schon die ersten Eindrücke von der Tragödie, die sich bei den Kämpfen abspielte, gewonnen werden. Eingeschlossen von der Roten Armee, in bitterer Kälte, hielten die kämpfenden Soldaten so lange aus, bis sie der gegnerischen Übermacht schließlich unterlagen. Die oberhalb des Tunnels gelegene Burg weist auch heute noch Spuren des heftigen Beschusses und der Kämpfe auf, ebenso wie viele Gebäude im östlichen Stadtteil Pest.
Obwohl durch den Krieg verwüstet, wurde die Stadt wieder aufgebaut. Viele der alten Jugendstil- und Grüderzeitbauten sind liebevoll restauriert, ebenso viele Kirchen und Paläste. Sie geben der Stadt ihren alten, ursprünglichen Charme wieder und lassen Budapest heute zu einer der schönsten europäischen Hauptstädte werden.
Zwar sind auch hier noch viele sozialistische Bausünden zu bewundern, dennoch werden diese von all den historischen Sehenswürdigkeiten überstrahlt, welche schon fast als einzigartig zu bezeichnen sind.

7. Tag Sonntag 22. August

Plattensee

Ausflug zum PlattenseeNach einer Woche Arbeit und Besuchen sollt der Sonntag uns Gelegenheit zu einem Ausflug in die weitere Umgebung Budapests geben. Da wir uns durch viel Fleiß und Einsatz einen Vorsprung in unserer Zeitplanung geschaffen hatten, wollten wir uns mit einem Bad im Plattensee belohnen. Die vergangene Woche war heiß und sonnig, da erschien uns ein Badetag sehr angebracht. Leider verließ und gerade an diesem Tage der Sonnenschein. Bei starker Bewölkung und kühlen Wind fuhren wir gen Süden, immer mit dem Gedanken: "Das wird schon wieder, gleich kommt die Sonne raus!". Leider sollte uns unser Optimismus etwas täuschen. Auf der Fahrt begann es zu regnen, die Temperatur fiel weiter. Als wir schließlich an unseren Zielort Siofak ankamen, empfing uns ein heftiger Sturm.
Der sonst so ruhige Plattensee zeigte sich wild. Hohe Wellen, kräftige Böen und ein ständiger Nieselregen verleiten uns dann doch das Baden. Einige mutige Kameraden versuchten vom Leuchtfeuer an der Hafeneinfahrt einen exklusiven Blick auf den sturmgepeitschten See zu erhaschen und Fotos zu machen. Dieses Ansinnn wurde allerdings recht schnell von einigen starken Brechern, die über die Promenade kamen, zunichte gemacht. Pudelnass mussten die Kameraden den Rückzug antreten.
Nach einem ausgedehnten Stadtbummel und einen nicht ganz landestypischen Mittagessen (Pizza) waren die nassen Kleider getrocknet und die Zeit zur Rückfahrt nach Budapest gekommen. Just in diesen Moment brach die Wolkendecke auf, die Sonne kam hervor und der See lag still vor uns. Bei der Rückfahrt trat die nächste Störung auf, Staus druch Verkehrsunfälle, in die wir glücklicherweise nicht verwickelt waren.
Tagesfazit: Es ist alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Dennoch hat sich die Fahrt gelohnt. Es war ein schöner, erholsamer Tag, an dem wir wieder Kraft für unsere weiteren Aufgaben tanken konnten.

8. Tag Montag 23. August

-4. Arbeitstag-
Der vierte harte Arbeitstag stand ganz im Zeichen der Fundamentarbeiten. Diese wurden mit größter Präzision ausgeführt, da sich Fehler hierbei später auf den Sitz der Grabsteine auswirken könnten. Nebn einer ausreichenden Verdichtung des Untergrundes ist besonders auf die waagerechte Ausrichtung der vorgefertigten Fundamentblöcke zu achten. Diese haben ein erhebliches Gewicht und sind in den kleinen Löchern nur schwer zu bewegen. Diese Umstände ließen die Arbeiten nur langsam voran gehen. Außerdm wurden diese Arbeiten nur von unseren "Spezialisten" erledigt, die sich in den vergangenen Tagen als sehr geschickt und fachmännisch erwiesen hatten. Dass es aber auf einen so großen Friedhof nie an Arbeit mangelt, übte der Rest der Gruppe Gärtnerarbeiten aus.
Hier nahm neben dem obligatorischen Unkrautjäten das Bewässtern der Bäume im Friedenspark die meiste Zeit in Anspruch.

9. Tag 24. August

-5. Arbeitstag-
Heute sollten die ersten Grabsteine gesetzt werden. Die umfangreichen Aushub- und Fundamentarbeiten waren abgeschlossen und so alles für das Einsetzen der Steine vorbereitet. Daneben wurde als zusätzliche Aufgabe das Erstellen zweier Grabplatten für Sammelgräber in Angriff genommen. Diese Aufgabe erwies sich als äußerst fordernd, denn der Aufbau einer solchen Platte unterscheidet sich sehr stark von dem der "normalen" Grabsteine. Auch hier wurde eine Grube ausgehoben, diese aber wieder mit einem massiven Fundament ausgegossen. Um dieses Fundament später mit der Grabplatte und Umrandungsgestein belasten zu können, musste der eingebrachte Beton natürlich erst aushärten. Dies sollte etwa zwei Tage dauern und und schließlich etwas in Zeitdruck bringen.
Das Setzen der Grabsteine verlief reibungslos und schnell. Nachdem die Grabsteine in den vorbereiteten Fundamenten mit Hilfe von Holzkeilchen provisorisch positioniert und fixiert wurden, wurden sie mit Zementschlämme ausgegossen und so endgültig mit dem Fundament verbunden. Danach wurden die Fundamentöcher wieder mit Erde verfüllt und diese festgestampft, um dort später Gras einsähen zu können.

10. Tag 25. August

Schießen

Auf dem Schießplatz der ungarischen Armee.An diesem Tag hatten wir die Gelegeneit, der Einladung unserer ungarischen Gastgeber zu entsprechen und an ihrer militärischen Schießausbildung teilzunehmen. Dies kam uns sehr gelegen, denn am Friedhof mussten die Arbeiten wegen der o.a. Betonaushärtung ruhen. Gegen 8 Uhr ging die Fahrt von Budapest in Richtung Osten. Durch den Stadtteil Pest hinaus in die Ebene. Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt wurde die Landschaft hügeliger und dann hatten wir den angepeilten Truppenübungsplatz erreicht. Vorbei an Wachposten ging die Fahrt ein Tal wie die Schießanlage sich befand. Wir wurden vom Kommandeur der dort übenden Einheit begrüßt und sodann in den geplanten Ablauf eingewiesen. Wir sollten die Gelegenheit bekommen, mit Pistole, Sturmgewehr und Maschinengewehr zu schießen
und mit einem uralten klapprigen Geländewagen russischer Bauart den Übungsplatz zu erkunden. Zuerst stand jedoch die Einteilung in Gruppen und die Einweisung in die Waffen auf dem Programm. Ein englischsprechender Sergant wies uns ein und teilte und auch noch die Sicherheitsbelehrung mit. Wir dürften auf alles schießen, sollten aber bitte das Feuer einstellen, wenn hinter den Zielen der Bauer mit seinem Traktor das Feld befährt oder eine Kug über das Zielgelände laufen sollte. Es verschlug uns fast die Sprache...
Nachdem wir unsere Übungen geschossen und das mitgebrachte Essenpaket verzehrt hatten, war der Tag auch schonwieder zuende. Wieder hatten wir neue, interessante Erfahrunden machen dürfen, von denen jeder noch lange erzählen kann.

11. Tag 26. August


-6. Arbeitstag-
Gedenkfeier, Abreise, Rückmarsch

Feierliche Kranzniederlegung  auf dem Friedhof in BudaörsHeute sollten die Arbeiten auf dem Friedhof in Budaörs zum Abschluss kommen. Wir hatten nur noch die beiden Grabplatten fertig zu stellen. Diese Arbeiten sollten am späten Vormittag beendet sein. Nachmittags sollte dann auf dem Friedhof eine Gedenkfeier mit Kranzniederlassung stattfinden. Zu dieser Feier waren neben dem Vertreter des Volksbundes in Ungarn auch der Vizebürgermeister von Budaörs, Vertreter des ungarischen Verteidigungsministeriums und eine Abordnung des Wachbataillons geladen.
Nachdem alle Arbeiten endgültig beendet waren, blieb uns nur noch wenig Zeit, um uns und die Arbeitsgeräte zu reinigen und uns auf die Gedenkfeier vorzubereiten. Nachdem wir fast immer dem Zeitplan voraus waren, wurde es nun eng. Schnell wurde durchgesprochen, wie die Gedenkfeier verläuft, wie und wo die Abordnungen stehen, wer die Kränze trägt und wer Bilder macht. Danach schnell zum Üben, schließlich sollte die Feier einen würdigen Rahmen erhalten. Da wir ja alle erfahrene Soldaten waren, klappe es natürlich wie am Schnürchen. Kurze Zeit später marschierten alle Teilnehmer der Gedenkfeier ein. Es wurde der Toten des Krieges gedacht und die Kränze niedergelegt. Das Musikkorps des ungarischen Wachbataillons begleitete die Zeremonie, die mit dem Abspielen der Nationalhymnen beider Staaten beendet wurde.
Den Abschluss unserer Reise nach Ungarn bildete ein festliches Essen. Gemeinsam ließen wir die vergangenen Tage noch einmal an uns vorübergehen. Alle Teilnehmer waren der Meinung, dass dies ein besonderes Erlebnis war.


Gegen 22 Uhr Rückmarsch angetreten, Ankunft und Neustadt um 9 Uhr.

 

 

Reservisten der Kreisgruppe Marburg-Biedenkopf

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