Dies & Das

Leben hinter Stacheldraht

25.03.2007 21:44 von Jens Joel (Kommentare: 6)

Leben in Oliv-Grün


... hinter Stacheldraht!

Ein Fortsetzungsroman


von Michael Köckritz, OFw a. D.

Team Rhodan International © 2007
Kitchener, Ontario, Kanada
(Deutsche Original Version)

Vorwort

Die Flugabwehrraketenverbände der Luftwaffe der Deutschen Bundeswehr waren während des Kalten Krieges ein wichtiger Bestandteil der integrierten NATO Luftverteidigung. Waffensysteme, wie NIKE und HAWK, bildeten das Rückrat dieses integrierten Verteidigungssystems, bei dem ebenfalls andere Nationen, wie Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Frankreich, USA und Italien mit einbezogen waren. Der Raketengürtel erstreckte sich von Norwegen, Dänemark und Deutschland bis nach Italien.

Um der Bedrohung durch einen potentiellen Gegner aus dem Osten entgegenwirken zu können, wurden sehr hohe Maßstäbe an die Verbände und Einheiten der Alliierten gestellt. Diese NATO Einsatzbereitschaftsforderungen betrafen nicht nur die technischen, Waffensystem spezifischen Seiten, sondern im besonderen, die Ausbildung der Soldaten an den Waffensystemen, sowie im taktischen Bereich unter verschärften Bedingungen, inklusive verschiedener ABC Abwehrkonzepte und Überlebensmaßnahmen. Aufgrund der hohen Mobilität der HAWK Einheiten wurde ebenfalls ein großes Augenmerk auf die Logistik gelegt. Bevor eine Einheit in die NATO Luftverteidigung übernommen werden konnte, wurde das jeweilige Personal bis zum Umfallen gefordert, um die strengen Vorgaben zu erfüllen. Ein System von nationalen und internationalen Überprüfungsteams stellte sicher, daß diese asignierten Verbände und Einheiten den Forderungen entsprachen. Diese ORE oder Tac Eval Teams waren bei der Truppe nicht besonders beliebt, weil sie eine extra Belastung zum Schichtdienst darstellten. NATO Alarme wurden dahingegen nur belächelt und mit einem Schulterzucken abgetan.

Das vorliegende Buch befaßt sich nicht mit politischen Aspekten, sondern will mehr den Alltag, speziell der Soldaten vom Waffensystem HAWK, darstellen und vermitteln. Der Luftverteidigungsschichtdienst bescherte hohe Stundenbelastungen und forderte bei einigen Soldaten, auch im Privatleben, seinen Tribut. Die Scheidungsrate bei Fla Rak Soldaten war überdurchschnittlich hoch im Vergleich zur restlichen Luftwaffe und anderen
Waffengattungen. Es gab, wie bei allen Teilstreitkräften, Disziplinarmaßnahmen, Wachvergehen, Selbstmord, Unfälle, unerlaubtes Entfernen von der Truppe und was der Dinge mehr waren. Daneben gab es aber etwas, das aus all dem hervorragte: Ein lockerer Umgangston, ja - manchmal sogar etwas schnoddrig und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie man es vielleicht nur bei einer Panzerbesatzung, auf einem U-Boot oder bei Fallschirmjägern vermuten würde. Die Kampfbesatzung war für viele ein Familienersatz und eine Zuflucht. Der tägliche Streß, der von jedem anders empfunden wurde, schweißte die Besatzungen zusammen. Es gab gute Tage und natürlich auch negative Erfahrungen was manchmal dazu führte, daß sich gute Soldaten nicht weiterverpflichteten, obwohl sie hätten Karriere machen können.

Abkürzungen, typisch für das HAWK Waffensystem und bei der Bundeswehr werden im Glossarteil abgehandelt und erklärt. Einige Dialogteile wurden bewußt so geschrieben, auch wenn sie gegen bestehende, alte, wie neue, Deutsche Grammatikregeln verstoßen sollten. Die Dynamik einer Kampfbesatzung, speziell unter erschwerten Bedingungen, hätte sonst nicht anders erklärt werden können.

Dieses Buch soll nicht die Bundeswehr oder die FlaRak glorifizieren, sondern einen Einblick geben, wie Soldaten der Luftwaffe ihren, nicht immer ungefährlichen Schichtdienst, in Oliv-Grün und hinter Stacheldrahtzäunen versahen.

Michael Köckritz

Kitchener, Ontario, Kanada

Im Januar 2007

Wir gedenken der Kameraden, die im Luftverteidigungsdienst ihr Leben ließen.

Danksagung

Titelbild Vorlage:

Foto von Unteroffizier a. D. Uwe Ehlers, ehemals 4./31, Westerbeck, © 2006

Rendering: Michael Köckritz, © 2007
Ideen und Unterstützung:

Bernd Walsch
Elmar Pütting
Klaus Bergmann
Detlef Greifzu

1. 3te Batterie, FlaRak Btl 31, Oyten.

SIRENE!

Stabsunteroffizier Michael Köcki schreckte hoch! Mit einem Satz war er aus dem Bett, riß die Uffzraumtür auf und rannte nach rechts auf den Korridor des Bereitschaftsgebäudes in Richtung Wachlokal. Die Tür zur Wache war dicht, ebenso die Tür der Fernmelder, die bei den 31ern generell „Bongos" hießen; alle anderen Türen im Gebäude waren komischerweise offen. Weiter! Die Tür am Ausgang des Bereitschaftsgebäudes war nur angelehnt. Mit einem Tritt, des mit einem Kampfstiefel bewehrten rechten Fußes, trat er Tür vollends auf. Die Stahlrahmentür, mit eingefaßtem, drahtverstärktem Sicherheitsglas, flog knallend nach rechts gegen die angrenzende Steinwand. Der Schwung war so heftig, daß die Tür zurückschlug und SU Köcki an der rechten Schulter traf als er flugs das Gebäude verließ.

»Scheiß Tür!«, fluchte er und rannte in Richtung BCC Revampment.

Als er gerade die rutschfeste, aber kurze, Stahlstreppe hinaufeilen wollte, hörte er das kreischen tiefliegender Jettriebwerke, untypisch für F-104 Starfighters oder Phantoms, sogar die alte „Gina" heulte anders, von der Tommi Vulcan und Ami A-40 ganz zu schweigen!

Sein Blick richtete sich in den Himmel, wo er gerade noch die Schemen einer MiG-21 ausmachen konnte, die tieffliegend, aus Osten kommend, gerade über das Bereitschaftgebäude in Richtung Achim bretterte und in der Ferne verschwand.

Plötzlich ein dumpfer Knall, gefolgt von einer Reihe scheppernder, schwerer und harter Explosionen vom Abschußbereich. Eine Feuerwalze breitete sich vom Abschuß in Richtung Feuerleitbereich aus, drei Mitglieder der Abschußcrew vor sich hertreibend. Die Männer, SU Köcki konnte sie nicht genau identifizieren, rannten vergebens um ihr Leben! Sie wurden schnell von der Feuerwalze eingeholt und eingeäschert ...


»Scheiiissse!«, entfuhr es ihm in aufsteigender Panik.

SU Köcki flog die Treppe zum BCC Revampment, wie der drei Meter hohe Splitterschutz allgemein genannt wurde, hoch und kauerte sich mit dem Gesicht deckungssuchend in die Ecke nahe der Treppe. Nicht zu spät, denn schon fetzte die Druckwelle heran. Das Splittern der Fenster des Bereitschaftsgebäudes und der ELO Bude, sowie das ächzen und knacken der Radartürme, gefolgt von dem quietschenden Stürzen, des sich spiralig verwindenden Fernmeldeturms, begleitet vom peitschenden Knallen der Verspannungen, gingen im Fauchen der darauf folgenden Glutwolke unter.

Der Gestank nach verbranntem Fleisch, Öl und - Napalm - schwängerte die supraheiße Luft.

»Diese Schweine! Napalm!«, fluchte SU Köcki vor sich hin.

Die Luft wurde immer heißer, schnürte ihm die Kehle zu. Seine Augen tränten und die Lungen brannten
wie Feuer. Jeder Atemzug kostete eine große Überwindung und schmerzte zum wahnsinnig werden.

Plötzlich faßte er sich an die Brust, drehte sich taumelnd herum und stürzte die Stahltreppe nach
unten, wo er verkrümmt liegen blieb und zur Ruhe kam - Licht aus!

1te Batterie, FlaRak Btl 36, Ebersdorf.

TCA, Stabsunteroffizier Jens Haagedorn, Alpha Tree-Six Batterie, hatte gerade den Kopfhörer aufgesetzt, um seinen zweistündigen Dienst als Line Posten aufzunehmen, wie es im 20 Minuten Einsatz Bereitschafts Status vorgeschrieben war, als derlangzogenen Klingelton der Hot Loop erklang. Haagedorn, 22 Jahre alt, kam von
Ritterhude in der Nähe von Bremen, war etwa einsfünfundziebzig groß, schlank, hatte blondes, lockiges Haar, blaue Augen und war dafür bekannt, die Kneipen in derRitterhuder Gegend unsicher zu machen, speziell wenn er in Begleitung einigerAbschußkameraden, auf „Stubendurchgang" losfuhr. Das Gerücht kursierte, daß er
„außerehelich" bereits für neuen Fla Rak Nachwuchs gesorgt hatte. Haagedorn strittdas jedoch vehement ab, sobald dieses Thema in seiner Gegenwart angeschnittenwurde.

»Alpha ... this is Tree-Six! GENERAL ALERT! I repeat: GENERAL ALERT!
This is no Exercise! GENERAL ALERT by order of CRC Visselhövede! EffectiveImmediately!«

»Alpha Roger!«, bestätigte SU Haagedorn nun sichtlich nervös geworden,währendessen er schleunigst, mit zitteriger Schrift, den Spruch ins LV - Tagebucheintrug und danach sofort auf den Kopf der Sirene drückte. Mit rechts den Knopf drückend, wählte er die Telefonverbindung zum BCO Raum an.

»Oberleutnant von Waschner«, kam es aus der Hörmuschel.

»Haagedorn hier, General Alert by order of CRC! No Excercise!«

»Roger!«

Das nachklingeln, des mit voller Wucht auf die Gabel geschmissenen Telefonhörers, füllte kurz den BCO Raum.

»What the fuck ...? Spinnen die denn?!«, fluchte Olt Heinz Hermann von Waschner auf Englisch und Deutsch, »Nu geit dat los! Jetz hebbt se uns bi de Büx!«



Heinz Hermann von Waschner war der BCO der Kampfbesatzung Alpha, 27 Jahre alt und bei seiner Crew beliebt. Sein kolegialer Führungsstil, sorgte manchmal beim Chef für Stirnrunzeln und Augenrollen. Er wurde von den Feldwebeln und Offizieren respektiert und geachtet. Sein Wort hatte Gewicht im Kreise der BCOs und bei der
Chefbesprechung. Als Emdener mußte er sich natürlich immer die letzten Ostfriesenwitze anhören, die in seine Richtung - manchmal gehässig - abgeschossen wurden, er war allerdings den Witzemachern um ein paar Schritte vorraus und hatte deshalb immer ein paar Sprüche zum kontern parat. Wenn er dann selbst mal so richtig los
legte und die Ostfriesenwitze auf die „Kohlenrudies" aus Westfalen und Bremer „Fischköppe" ummünzte, dann waren die Witzemacher relativ schnell ausgehebelt und trollten sich ihres Weges.

Von Waschner war mit einer Latino-Amerikanerin aus El Paso, Texas verheiratet und hatte zwei kleine Jungen, Emanuel - Xavier - Raul und Heinrich - Melcher. Den Heinrich - Melcher wollte er zu erst Jeronimo - Chato taufen, aber da hatte seine
bessere Hälfte nicht mitgespielt. Er hatte seine Frau, Linda, auf dem BCO Lehrgang in Fort Bliss kennengelernt und sie bereits nach einer recht kurzen Zeit geheiratet. Sein Entschluß wurde damals im Lehrgang und vom Inspektionschef stark kritisiert, weil es laut Fla Rak Scheidungsstatistik, nicht gut gehen konnte. Soweit strafte er dieser Statistik allerdings lügen - er war glücklich verheiratet, trotz der Unannehmlichkeiten, die der LV - Schichtdienst so mit sich brachte. Er sprach Englisch und ebenfalls fließend Spanisch mit nordmexikanischem Dialekt.

Von Waschner ließ sich nicht lumpen und hatte schon des öfteren, während der Wochenendschicht, seine Frau in die Stellung geholt, um der KB mal vernünftiges mexikanisches Essen zu bieten. Wärend Linda dann in der Küche, schwitzend und vom Küchendienst assistiert, die Tortillas per Hand für die Tacos und Burritos zubereitete und die Jalapeño Pfeffer in Pico de Gallo verwandelte, wurden die „Kinnings", wie er seine Söhne nannte, vom Rest der Crew in Laune gehalten.

Der braunäugige, einsfünfundachtzig große Offizier, war sportlich fit wie ein Turnschuh - wie Haggedord einmal bemerkt hatte. Als Nichtraucher hatte er das Rauchen im BCC und BCO Raum während seiner Schicht verboten, sagte aber nichts, wenn in anderen Bereichen, außer im Abschußbereich natürlich, gequalmt wurde.


Seine Apelle zur „Pflicht zur Gesunderhaltung" fielen eh auf taube Ohren. Das war eben der Befehl gegen den am Meisten verstoßen wurde und da hatte auch, von Waschner, das Ende der Fahnenstange erreicht.

Sein besonderes Augenmerk viel daher auf das Außenrevierreinigen. Er konnte verdammt muffig werden, wenn dort Zigarettenkippen rumlagen, wo doch überall inder Stellung, Gurkendosen als Aschenbecher angebracht waren. Wehe wenn er sah, daß einer von seiner Crew mal eben ganz gallant ne Kippe zur Seite schnippte ...




Von Waschner riß die BCO Raum Tür auf und schrie in den Korridor, in dem sich bereits die Abschuß- und Feuerleitsoldaten auf den Weg an die Geräte machen wollten: »Alles warten!«

Von Waschner ging schnellen Schrittes zur Fernmeldezentrale und hämmerte mit der Faust gegen die Tür. Die kleine Durchreiche wurde aufgeklappt und der Gefreite Meier steckte seine nicht gerade schöne und Kaugummi kauende Visage durch das Loch.

»Heh ... was soll der Krach ... oh Sie, Herr Oberleutnant ...«

»Machen Sie die Tür auf, ich brauch das Posttelefon, dalli!«, befahl von Waschner kurz und bündig.

Der Fernmelder öffnete flink die Tür, während von Waschner sich an ihm vorbeidrängelte und vom Posttelefon Besitz nahm. Die Telefonnummer vom BOC 36 war auf einer Liste über dem Telefon an der Wand angebracht. Er wählte die Nummer und wartete.

Es dauerte drei Ruftöne bis das Telefon auf den anderen Seite beantwortet wurde.

»Hallo?«, beantwortete da jemand das Telefon in recht langsamer Sprechweise.

»Hier von Waschner, Ebersdorf. Ich muß den BOO sprechen, sofort!« verlangte er forsch.



»De BOO isch verhindert, soll isch ihm etwas ausrischte?«, kam die langsam gesprochene Antwort im breiten Dialekt.

Bei von Waschner sträubten sich die Nackenhaare.

»Stellen sie mich sofort zum BOC durch!«, forderte er mit aufsteigendem Ärger. Von Waschner wußte, daß das Posttelefon eine Verbindungssteckerbuchse an der Seite hatte, so daß der Anschluß in interne Verbindungen geschaltet werden konnte. Es knackte ein paar mal, dann wieder die schneckenlangsame Stimme: »Bleibe sie bitte dra, isch stelle dursch ... bitte schpresche ...«

»Oberleutnant Böhmers, hier!« kam die Stimme des BOOs über die Verbindung.

»Von Waschner, Ebersdorf. Sagt mal habt ihr vergessen das EX, EX, EX an den Alarmspruch anzuhängen?«

»Nee ham wir nicht! Kommt von ganz oben. Wir ham uns auch schon gewundert. Kein Zweifel der Spruch is real!«

»Kann ich gar nicht glauben, da hat bestimmt einer verrissen.«

»Nee, nee, hat alles seine Richtigkeit. Beeilt euch blos!«

»Okay, Roger, aber ich will das schriftlich per Fernschreiben nachgereicht bekommen ASAP, ist das klar? Was hast du denn da für eine Eule an Fernmelder? Bring dem mal ne schnellere Sprechweise bei!«

»Mach ich glatt, sobald es hier ruhiger wird ... ende!«

Es knackte in der Leitung und zeigte von Waschner, daß der BOO aufgelegt hatte.

Von Waschner knallte den Telefonhöhrer auf die Gabel, wie zuvor im BCO Raum und stürmte nach draußen.

»Alarmieren Sie die Batterie, wir haben den Ernstfall!«, befahl er noch dem Fernmelder bevor er nach draußen stürmte.


Der Fernmelder sah von Waschner überrascht hinterher und schloß die Tür wieder. Dann wurde er schlagartig aktiv. Er kurbelte, wie ein Wilder an seiner Vermittlung und versuchte eine Verbindung zur Truppenunterkunft in Bremervörde herzustellen.

»Vermittlung Vörde Kaserne, guten Tag ...«, antwortete eine sexy Frauenstimme am anderen Ende der Verbindung.

»... Hallo Susie, hier ist der Meier von Ebersdorf«, unterbrach der Fernmelder die Standorttelefonistin, Susanne Hildebrandt, » Ich brauch schnell eine Verbindung mit unserem Chef, ist brandeilig, glaub mir!«

Es dauerte nur Sekunden bis der Chefanschluß klingelte.

»Major Zimmermann.«, kam die Antwort über die Leitung.

»Ebersdorf, Fernmelder, Gefreiter Meier. Herr Major wir haben den Enstfall! Die Batterie muß alarmiert werden!«

»Sie wollen mich wohl verarschen, Herr Gefreiter! Wer hat den den Quatsch ausgeheckt, von Waschner?«

»Oberleutnant von Waschner befahl mir die Batterie zu alarmieren. Wie ich mitbekommen habe, hat der BOO den Alarmspruch über Posttelefon bestätigt.«

»Danke, ende!«, bevor die Verbindung ganz unterbrochen wurde hörte der Fernmelder noch ein unterdrücktes „Verdammte Scheiße".

»Spiiieß! Wir sind im Krieg! Alles auf die Beine und aufrödeln!«, brüllte Zimmermann in Richtung des Büros des Batteriefeldwebels, Hauptfeldwebel Behrensen, ein gesetzter Vierziger mit Stoppelhaarschnitt und Ziegenbart, was ihm den Spitznamen „Ziege" eingebracht hatte. Er war eine wirkliche „Mutter der Batterie", gutmütig, nachsichtig und vertrauensvoll. Jetzt aber kam eine andere Seite zum Vorschein, die nur sehr selten bei ihn hervortrat. Er griff in die obere Schreibtischublade und beförderte ein schwarze Trillerpfeife zu Tage.

TRIEEERIEE, TRIEEERIEE, TRIEEERIEE ... hallte es durch den Korridor.

»'LAAARM, A - LAAARM!«, rief der Spieß mit voller Stimmengewalt.

Türen wurden aufgerissen und Soldaten quollen auf den Korridor, währenddessen der UvD sich schnellstens in die oberen Etagen des Gebäudes begab, um dort ebenfalls den gleichen Zinnober zu veranstalten.


»Batterie vor dem Gebäude antreten! Batterie vor dem Gebäude antreeeteeen!«, hallte eine übersteuerte Stimme von den Lautsprechern der Sprechanlage.

Im Geschäftszimmer war die Hölle los, ein paar Uffze und Stuffze rannten kopflos durch die Gegend.

»Ruhe einkehren lassen!«, erklang die befehlsgewohnte Stimme des Spießes durch das Geschäftszimmer. Genauso, wie beim Tac Eval, Männer! Alles der Reihe nach, nichts überstürzen, konsequent vorgehen und nix vergessen!«

Der Batteriechef stand vor dem Geschäftszimmer und briefte den Erkundungsoffizier, Hauptmann Striegel, der anschließend den Korridor entlang lief und seinTeam zusammenholte. Sie mußten sofort zur Einsatzstellung hinaus, um eine eventuelle Verlegestellung auszuwählen und vorzubereiten.

»Herr Major! Hab den Kommandeur an der Trommel!«, rief der PersFw, Oberfeldwebel Zinger, die Telefonsprechmuschel zuhaltend, dem Chef zu, der dem Treiben auf dem Korridor zusah.

»Hergeben, und werden Sie bloß nicht frech, Herr Oberfeldwebel!«

Der PersFw nahm den Apparat und stellte ihn auf den Tresen, während er dem Chef den Hörer übergab.

»Major Zimmermann ... Herr Oberstleutnant?«, nahm er das Gespräch an.

»Herr Zimmermann, gehen sie nach bestehenden Einsatzbefehlen vor, ansonsten handeln sie nach eigenem Ermessen der Lage entsprechend. Bereiten Sie die Batterie zur Verlegung vor. Ich befinde mich im Battaillonsgefechtsstand!«

»Jawohl, Herr Oberstleutnant. Die Batterie befindet sich bereits im Vollalarm.«, antwortet der Batteriechef schnell.

»Gut! Ich wußte ja, daß ich mich auf Sie verlassen kann! Ende!«

Zimmermann gab den Hörer zurück an den PersFw.

›... wußte ja, daß ich mich auf Sie verlassen kann!‹, hallte es in Zimmermans Kopf nach. ›Sure! Wir holen uns heiße Ohren und du sitzt im ABC sicheren Bunker!‹, dachte er bei sich.

»Zinger! Stellen sie sicher, daß die Fahrbereitschaft genug Fahrbefehle hat! Dann die Wache anrufen ... die sollen uns bloß nicht aufhalten, sonst können die sich einen neuen Schlagbaum und neue Kasernentore bestellen!«, polterte der Chef.


»Jawohl, Herr Major!«, bestätigte der PersFw und tätigte ein paar Telefongespräche.

Der Chef verschwand in seinem Büro und begann damit seine Dinge zusammenzutragen und in Stahlkisten, die gerade vom Nachschub bereitgestellt worden waren, zu verstauen.

Der Spieß hatte gerade sein erste Befehlsausgabe beendet, als zwei VW-Bullies scharf vor dem Antreteplatz anhielten. Der Batteriefeldwebel, sah von seinem Klippboard auf, nickte kurz und machte eine schnelle Handbewegung, was zur Folge hatte, daß sich plötzlich KB Fahrer, Uffze und Feldwebel aus der Antreteformation
lösten und zu den wartenden Bullies stratzten. Sie verteilten sich auf die Fahrzeuge, die danach mit quietschenden Reifen in Richtung Fahrbereitschaft verschwanden.

Ein Blick nach rechts über den Kasernenhof zeugte davon, daß auch bei der Bravo-Tree-Six Batterie alles an der Orgel drehte. Auch dort traten die Soldaten im Laufschritt an. Im Hintergrund hörte man die Trillerpfeifen und das gebrülle der Ausbilder beim Unter-offizierlehrgang durch die Korridore schallen.

So langsam lief sich alles ein und die anfängliche Nervosität legte sich. Die Soldaten stellten sich vor der Waffenkammer auf und empfingen ihre Waffen. Die Munitionsausgabe mußte etwas später erfolgen, nachdem ein Nachschub Uffz und ein Gefreiter vom Munbunker zurück waren.

Fünf schwerbepackte Soldaten in Grünzeug, näherten sich ein paar Minuten später, schwitzend der Batterie. Der Batteriefeldwebel, der sie bereits vom Weitem gesehen hatte, fing sie vor dem Eingang ab.

»Was machen Sie denn hier!«, sprach er den vorderen Soldaten im Befehlston an.

»Hauptgefreiter UA, Meyer Zwo, Herr Hauptfeld melde uns zurück vom UL. Der Lehrgang wurde kurzfristig aufgelöst und die Soldaten zu ihren Stammeinheiten befohlen.

»Was ist den das für'n Schwach ... Ich verstehe! Verstauen sie ihr Blauzeug im Spind und der Rest der Ausrüstung wird mitgenommen und auf ihre KB Fahrzeuge verteilt. Wie ich sehe haben sie ja bereits ihre STAN Waffen dabei. Melden sie sich dann beim Nachschub, die haben alle Hände voll zu tun! Fragen?«

»Keine Fragen, Herr Hauptfeld!«

»Gut, dann bewegt euch gefälligst!«

Hauptfeldwebel Behrendsen ging in Richtung Geschäftszimmer als ihm der Chef auf dem Weg nach draußen begegnete.

»Herr Behrensen, der Troß soll etwa 600 Meter hinter der Stellung in dem kleinen Wäldchen Position einnehmen, ebenso der KrKw und das Essen auf Rädern. Wir nehmen nur eine Minimal Crew in die Stellung mit.«

»Jawohl, Herr Major, ich weiß genau wo hin.«

Der BCO der KB Bravo, Olt Stein, wollte sich am Chef vorbeischieben als er auch schon von Zimmermann abgefangen wurde.

»Wie weit sind sie mit Ihrem Haufen, Stein?«

»Wir können aufbrechen, Herr Major!«
»Wie viele Fernmelder haben Sie dabei?«
»Zwei!«
»Das trifft sich gut, die brauchen wir nämlich. Einer kommt mit uns in die Stellung, der andere bleibt erst mal beim Troß, um mit uns per Funk die Verbindung zu halten!«

»Roger, Herr Major.«

»Also los, dann woll'n wir mal. Hat die Fahrbereitschaft schon meine Kutsche vorgefahren?«

Die KB wartete vor dem Bereitschaftsgebäude, während die Sirene langsam auslief.

»Kein Crew Drill im Feuerleitbereich, Abschuß runter, Misseln scharf machen, Schraubenzieher mitnehmen und Schlösser aufknacken! Battle Stations! Wir haben vollen General Alert! Los Beeilung, dalli, dalli! Feuerleitcrew sofort ins BCC, rapido!«

»Aber wir müssen doch die Heipauers ...«, bemerkte SU Heiner Schulz, der FCO Alpha.

»Scheiß drauf, die sind eh in Remote Radiate, jetzt geht's ums Ganze, Männer! Jede Verzögerung kann euer Leben kosten!«

»Watt is mit die Wache, Herr Oberleutnant?!« fragte GUA Rainer Scholz, der stellvetretender Wachhabende, als der BCO an ihm vorbeistürmte.

»Dicht machen. Sie sind jetzt der Torposten. Die Zivies sollen die Stellungsstreife stellen, mit zwei Hunden ... Schnell! Ausführung!«

»Ich sach in'n Elo Bescheid!«, schrie OFw Edgar Ahrends, der 228er, dem BCO hinterher und flitzte, wie ein gölter Blitz zur ELO Bude rüber.

›Den hab ich auch noch nie so schnell rennen sehen.‹, dachte sich Olt von Waschner überrascht als er sich schon auf der Stahltreppe zum BCC befand.

Die FCOs Alpha und Bravo, sowie der ASIO waren bereits vor dem BCC und wuchteten die druckfeste Tür auf. Olt von Waschner folgte ihnen auf dem Fuß und übernahm den Hot Loop Kopfhörer vom TCA, während die beiden FCOs, Seite an Seite und der ASIO sich, neben dem FCO Bravo und dem BCO, in ihrer harten Schalensitze klemmten.

»BCC is bereits durchgecheckt, muß zum PAR und ROR, bin gleich wieder da!«, wollte sich SU Haagedorn schnell abmelden.

»Is nich, hiergeblieben, IRR übernehmen. Was is mit dem IFF?« fragte Olt von Waschner schnell, bevor der TCA zum Impulserfassungsradargerät und Entfernungsmeßradar rennen konnte.

»Hab' den GA Code nich, ICCO wartet schon drauf!«

»Mist, verdammter! Glatt vergessen!«, fluchte von Waschner kurz vor sich hin und bückte sich, um die VS-Kiste aufzuschließen. Er kramte gekonnt in der Kiste herum und förderte einen dünnen Stapel Papiere zu Tage. Mit dem rechten Zeigefinger ging er die Uhrzeitangaben ab und riss das passende Blatt Papier, das an der linken oberen Ecke mit einer Klammer zusammengeheftet war, aus dem Stapel heraus.

»Hier ... IFF Codes ... die ersten 20 ans Plotting Board schreiben, dann geht der
Wisch zum ICCO, Ausführung!«

Während der TCA mit dem Fettstift die jeweiligen Codes kopierte, kamen die
ersten Meldungen herein.

»Alpha Section Present! ... Bravo Section Present!« krähte es aus den
Ohrmuscheln der Feuerleitcrew von den jeweiligen LSCBs gemeldet.

»Roger! Battle Stations, General Alert! Missile Count Delay to Above!«, kam der Befehl postwendend vom BCO runter an die beiden Abschußcrews. »Seht zu, daß ihr da unten in Schweiß kommt. Ich will hier Missile Present Lights sehen!«

Die FCOs und der ASIO hatten in der Zwischenzeit ebenfalls ihre Checks durchgeführt und meldeten ihre Radargeräte Ready for Action. Einen Augenblick später ging die BCC Tür auf und der ICCO glotzte fragend in den Kampfraum.

»Kommt da noch watt mit den IFF oder watt?«, fragte der ICCO, Obergefreiter Johann Michealis.

»Hier, du Knaller!«, kam die Antwort vom TCA, der ihm schleunigst die herrausgerissene Seite in die Hand drückte. »Aber nich den Hintern mit abwischen, ich brauch den Lappen wieder zurück!«
Olt von Waschner rollte nur mit den Augen.

»Was war sonst noch? Lage? Alles was ich noch nicht weiß!« fragte er etwas laut den TCA, der sich sichtlich Mühe gab ruhig zu bleiben und bereits die ersten Schweißtropfen auf der Stirn hatte.

»Lage is bekannt. BOC Tree-Six is noch am Ruder, allerdings pfeifen die Flöhe, daß es bei Alpha und Charley Tree-One, sowie bei Bravo und Delta Tree-Five gerumpelt hat ... die hat's erwischt! Ansonsten: Time Check ausgeführt und IFF is jetzt auch Roger! Kein SFL!«

»Woher weißt du das denn mit Tree-One?« fragte von Waschner verdutzt.

»Hat mir Tree-Six über Hot Loop geflüstert bevor Sie rein kamen.«

»Offen?«

»Habbichdochgesacht ... geflüstert.«, entgegnete Haagedorn schnell und frech während er sich über den taktischen Radarschirm beugte und unwahrscheinlich beschäftigt tat.

Von Waschner sah allerdings das Haagedorn ziemlich fickerich mit seinem Fettstift hantierte. Er konnte ihm nichts vormachen. Haagedorn war so nervös, daß er sich immerzu am Hals kratzte.

Im ELO schlug die General Alert Nachricht wie eine Granate ein. Betroffenes Schweigen herrsche für ein paar Augenblicke im Technikeraufenthaltsraum, wo sich ein paar 221er, 227er und 228er aufhielten und Änderungen in die technischen Vorschriften einzuarbeiteten. Plötzlich flog die Tür auf und ein drahtiger, kleinwüchsiger, lockenköpfiger Hauptmann, mit wieselflinken, blauen Augen, polterte in den Aufenthaltsraum. Der Supervisor!

»Wir haben den Ernstfall! Ich befehle hiermit, daß sich alle Techniker und Chiefs mit voller Ausrüstung in den Gefechtsstandbunker begeben. Waffenempfang kommt später. Bereiten sie sich auf eine schnelle Verlegung vor. Im Augenblick will ich aber keinen von Ihnen, ohne besonderen Befehl, im Waffensystem sehen. Stabsunteroffizier Mehlers, Sie verstärken den Torposten. Ich werde Ihnen eine Uzzi aus der Wache mitgeben.«

Der Supervisor, Hauptmann, Georg Strehmann, drehte sich um und begab sich schnellen Schrittes, zum Wachlokal, gefolgt von SU Mehlers, der erst kürzlich vom 228 Lehrgang aus den USA zurückgekehrt war und sich erst noch seine Technikersporen verdienen mußte. Er war deshalb abkömmlich. Da der Supervisor den
Schlüssel zur Wache und zur Waffenkammer vom stellvertretenden Wachhabenden, der jetzt den Torposten machte, erhalten hatte, stand der Waffenausgabe nichts im Wege. Er überlegte kurz und änderte sein Vorhaben.

»Herr Stabsunteroffizier, ich werde Ihnen anstatt der Uzzi ein MG-3 mit Munition mitgeben. Die anderen Waffen, die hier lagern, gehören zur Schicht KB. Besetzen Sie den Kampfstand Eins und sichern sie das Stellungstor und die Zufahrt. Fertig laden und sichern. Ist das klar?«

»Jawohl, Herr Hauptmann,« kam die kurze Bestätigung des Befehls.

Ein paar Unterschriften im Waffenausgabebuch besiegelten die Waffenübergabe, wonach sich der Stuffz mit einem geschulterten MG mit Zweibein, Munitionskasten und mulmigem Gefühl im Magen, auf den Weg zum Tor machte.

Nachdem der Supervisor in sein ELO zurückgekehrt war, sah er sich das Statusboard an.

»Fritz, wie sehen die Geräte aus, irgendwelche Probleme eingetreten in der Zwischenzeit?«

»Alles OP, Jorsch!«, antwortete der Angesprochene knapp. Oberstabsfeldwebel, Fritz Ehlers aus Stade, nickte ernst.

»Okay, wir sollten uns ebenfalls auf eine Verlegung vorbereiten.«

OStFw Ehlers erhob sich, schnappte seine Ausrüstung und ging ohne ein weiteres Wort zum Schlüsselkasten, um den Schlüssel für den Ausrüstungsraum zu entnehmen.

»LOW ALTITUDE ATTACK!«, brüllte Haagedorn plötzlich als er die Seitenwinkelzielüberweisung des ASIO vom Tiefsuchpult annahm und schnellstens mit dem Curser, einem drehbarem Vergleichslineal, den Seitenwinkel mit der PAR Anzeige korrellierte. »IFF negativ!«

»Da hab'm wir den Salat!«, bemerkte von Waschner kurz.

»Alpha, Bravo ... Search LOW!«, mit diesem Befehl und gleichzeitiger Zielüberweisung, richteten die jeweiligen FCO's ihre Beleuchtungsradargeräte auf das, auf beide Konsolen gleichzeitig, überwiesene Ziel aus.

»Was is da unten im Abschuß los ... wird das nochmal was?!«, brüllte von Waschner ins Mikrofon der internen Waffensystemverbindung.

»LSCB Alpha an BCC: die kriegen mit den Mickey Mouse Schraubenziehern, die Schlössers nich auf!«, kam prompt die Antwort. »Bravo Section das gleiche Problem, Herr Oberleutnant!«, meldete sich die LSCB Bravo schnell.

›Fünfzig Pfennig, Minivorhängeschlösser von Real Kauf, sind wohl aus Krupp Stahl gemacht ...‹, dachte von Waschner wütent.

Er riss den Telefonhörer von der Gabel und wählte den Missile Test Shop an.

»Test Shop, Hauptfeld Johansen!«, kam die Antwort nach dem zweiten Klingelton.

»Sofort runter in den Abschuß, beide Sections, A-3 und B-1, großen Schraubenzieher und Zange mitnehmen, Schlösser knacken! Zwei 227er einsetzen!«, lautete von Waschners knapper Befehl.

Er wartete die Bestätigung gar nicht erst ab und knallte den Hörer wieder auf die Gabel.

»BCO an LSCBs: ... Beide Crews zum nächsten Launcher! 227er erledigen das mit den Schlössern am A Drei und B Eins!«

Ein Blick auf die BCC Uhr überzeugte von Waschner, daß die Zeit für die Missile Count Delays bereits abgelaufen war.

Hauptfeldwebel Heiner Johansen, schrie im Test Shop: »Joseph, großen Schraubenzieher, Kombizange und Handtuch schnappen und zum B-1 runter, Schlösser knacken! Sofort!«

Beide 227 Abschußfeldwebel rannten, wie von Sinnen, an die befohlenen Startgeräte. Völlig außer Puste kam der etwas beleibte Johansen am A-3 an. Der Alpha Section Crew Chief, Unteroffizier Michael Stolpe, drehte sich kurz auf seinem Weg zum A-2 um und rief: »Der A-3 is soweit fertig, du brauchst nur noch die Umbilicals reinkloppen, Hauptfeld!«

Hauptfelwebel Johansen winkte verstehend und machte sich am Launcher zu schaffen.

»Verdammte Säcke, ham den Bolzen total mit dem Schloß verdreht und verkantet. Kein Wunder daß die das nich aufkriegen, und dann dutzt mich dieser blöde Uffz auch noch ... na warte!«, fluchte er vor sich hin. Er nahm die Kombizange und richtete das Schloß wieder aus, so daß es senkrecht hing, zerriß das Handtuch der Länge nach in schmale Streifen und fädelte einen Streifen durch die kleine Öffnung zwischen dem Bolzen und dem Verschluß. Ein Ruck ... und schon flog das Schloß zur Seite. Dann zog er den Sperrbolzen heraus und knallte den Umbilical Stecker in den Lenkflugkörper. Er verfuhr ebenso mit den anderen Sperrbolzenschlössern.

Danach rannte er zur LSCB Alpha, rutschte auf der Treppe aus und knallte mit voller Wucht gegen die Tür, daß der Rahmen krachte. Er riss die nun leicht verkantete Tür auf und brüllte: »A-Tree, Clear and Ready!«

»FCO Alpha ... Bravo ... was is mit der Aufschaltung?«

»FCO Alpha: da is was, aber verdammt dünn, krich einfach kein Lock nich.«

»FCO Bravo ebenfalls!«

»Is da n Störer drauf oder watt?!«, wollte von Waschner wissen.

»Das muß dann schon was ganz neues sein, Herr Oberleutnant!«, kam die Antwort vom FCO Alpha, der an seinem Schießpult krampfhaft versuchte eine Aufschaltung zu erzwingen.

›Eigentlich sowieso komisch, daß wir kein ECM haben ...‹, wunderte sich von
Waschner.

»A-Two Clear and Ready!«, meldete plötzlich die LSCB Alpha.

»Roger! Operate!«, von Waschner reagierte sofort.

Einen Moment später ... klack ... da waren die ersehnten drei Missile Present
Lights auf der Alpha Konsole.

»FCO Alpha, select Launcher A-Two!«

»Roger, Alpha!«

»A-Tree Clear and Ready!«, kam es wieder von der LSCB Alpha.

»Roger! Operate!«, wieder der kurze Befehl des BCOs.

Gleichzeitig flammten die drei Lichter des A-3 auf.

»Alpha select Launcher A-Tree!«

Der FCO bestätigte und nahm die befohlene Auswahl vor.

»Frag mich nur warum gerade der A-3, Oberleutnant?«

»Damit die Crew in Sicherheit is, wenn wir schießen müssen, Stuffz Schulz, mal n bischen mitdenken!«

»Tree-Six Alpha: Status Change ...«, meldete von Waschner ans BOC, »Line One ...«

»Roger, Alpha. Wir sehen euren Status!«

Nach und nach kamen dann auch die anderen Startgeräte, Launcher genannt, der Bravo Section on line, sowie der A Eins.

›Bis jetzt haben wir ja noch Schwein gehabt...‹, dachte von Waschner.

»Alpha LOCK in Range! Altitude: zero-two, Speed: 350, Signal Strength: Low! Target hat Slant Range nach 3400 Strich!«

»Kannichjetzauchsehn!«, bestätigte der TCA schnell, der mit dem Fettstifft die Flugrichtung, wie er sie von den Entfernungsmarken der beiden Heipauer ableiten konnte, auf den Bildschirm mitplottete.

»Dran bleiben, Alpha!«, entgegnete von Waschner kurz.

»Bravo LOCK, same!« meldete der FCO Bravo, Unteroffizier Fred Schloberger unvorschriftsmäßig in bayerischer Mundart.

»Roger, Bravo!«, von Waschner ignorierte die schlappe Meldung des FCO Bravo geflissentlich. Jetzt waren andere Dinge wichtiger.


»FCO Bravo an BCO: ... Target ändert den Kurz auf uns zu, der hat uns angemessen!«

»Roger, Standby! Stay on Target, ruhig bleiben!«

»TCA: Lock on Report absetzten!«

»Tree-Six Alpha Locked on ...«, begann SU Haagedorn mit belegter Stimme.

»... ENGAGE! Tracknumber KA 010!«, unterbrach Tree-Six, begleitet vom 400 Herz Brummton der taktischen ADL Überweisung an die Alpha Section.

»Alpha Roger!«, bestätigte Haagedorn kurz und bündig.

»BCO: Engage KA 010!«, übermittelte er mündlich den Befehl des übergeordneten Gefechtstandes an von Waschner, wobei er mit dem Fettstift auf die Entfernungsmarken der beiden Heipower deutete und sofort danach die Tracknumber über dem Flugziel auf den Radarschirm kritzelte, welches gerade ebenfalls vom ADP mit dem
Battery Threat Symbol und einenem Hostile ADL Symbol belegt wurde.


Von Waschner, überzeugte sich noch mal schnell von der Richtigkeit des Bekämpfungsbefehls über ADL, dann befahl er: »LSCB Alpha, die Crew soll die Köppe runternehmen, es knallt gleich!«, er wartete die Bestätigung nicht ab und schaltete das Feuerlicht für das Schießpult der Alpha Section frei.

»FCO Alpha: SHOOT - LOOK - SHOOT!«

»Roger, Alpha!«

Der linke Daumen des SU Schulz näherte sich zögernd dem Feuerknopf.

»Verdammt noch mal, mach schon Stuffz!«, brüllte ihn von Waschner an.

»Roger ... jetzt!«

SU Schulz drückte den Feuerknopf ein, erst einmal passierte gar nichts, bis mit einem Mal ein Knall und das brodelnde, ohrenbetäubende Rauschen der HAWK Rakete zu vernehmen war, welche in diesem Moment das Startgerät verlassen hatte.

»Missile Away!«, meldete der FCO Alpha.

»Roger, das hat hier jeder gemerkt!«, antwortete von Waschner darauf sarkastisch.

»LSCB Alpha: Alles okay bei euch da unten?«, fragte von Waschner besorgt.

»Alles Roger hier unten. Is staubig und stinkt n bischen - Crew Man Eins hat sich vor Schreck in die Hose gekackt ...«, kam die prompte, trockene und unkultivierte Antwort vom LSCBO, Obergefreiter Wörns, dem Abschußgruppenverteilerkastenbediener.

»Na, wenns weiter nix is ...?«

›Mir bleibt wohl heute auch nix erspart ...‹, dachte sich von Waschner mit einem hilfesuchenden Seitenblick zum TCA, der sich glucksend und mit zuckenden Schultern über den Bildschirm beugte, wobei er mit der linken Hand sein Gesicht abschirmte. Ein Seitenknuff des Oberleutnants brachte Haagedorn jedoch schnell wieder zur Besinnung. Es war das erste Mal, daß von Waschner nicht über den kalten Luftstrom der Aircondition fluchte. Heute war es ihm Recht, daß die eiskalte Luft ihm etwas Kühlung veschaffte. Sogar Haagedorn bewegte des öfteren seinen Kopf in Richtung des Luftstromes, wobei ihn der BCO jedoch immer wieder sanft auf die TCA Seite zurückschob, wenn er von Waschner etwas zu nahe kam.

»Alpha: Tone Burst!« kam plötzlich die geschriene Meldung vom SU Schulz.
»Alpha: KILL!«

Zur gleichen Zeit verschwand das schwache Targetecho vom Tiefsuchpult.

»Alpha, Bravo: Sector Search LOW!«, befahl von Waschner den beiden Schießpultbedienern.

»TCA: Mission Report absetzten!«

»Tree-Six Alpha: Effective on KA 010, Line 4 ...«, gab der TCA ans BOC durch.

»Alpha, Roger!«, bestätigte Tree-Six, wobei man das Jubelgeschrei der BOC Crew aus den Kopfhörern vernehmen konnte.

›Weiß gar nicht warum die sich so freuen. Wir haben gerade jemanden umgebracht, ganz zu schweigen von den Trümmerteilen, die sehr wahrscheinlich in den bremischen Häfen und Umgebung vom Himmel fallen und eventuell ein paar Leute, vielleicht sogar Kinder, erschlagen könnten. Scheiß FlaRak! Ich lass mich versetzten, wenn das hier vorbei ist und wir mit dem Leben davon kommen.‹, dachte von Waschner verbissen und besorgt. Er begrub sein Gesicht hinter seinen Händen, um seine Sorgen nicht zu zeigen. Er fühlte die ganze Last der Verantwortung aber auch mit einem Mal die Hand des TCA's auf seiner rechten Schulter.

»Ich fühl mich auch nicht so besonders, Herr Oberleutnant.«, bemerkte Haagedorn
ernst.

SU Schulz, der FCO Alpha, starrte mit tränenden Augen auf seinen Bildschirm - seine Hände zitterten wie Espenlaub wärend er seine Bedienungsabläufe tätigte.

Von Waschner trat zu ihm herüber und legte ihm von hinten die Hände auf die Schultern. Mit einem leichten Druck sagte er: »Ich weiß ... alles Scheiße, aber wir müssen weiter machen sonst erwischt es uns auch.«

Was besseres fiel ihm im Moment nicht ein.

Schulz nickte nur ein paar Mal und schluckte die Tränen herunter.

»Geht schon geht, Herr Oberleutnant.«

Von Waschner klopfte seinem FCO noch einmal auf die Schulter und drehte sich mit flauem Magen zum TCA um während der FCO Bravo und der ASIO, Obergefreiter Willems, nur stumpf auf ihre Bildschirme starrten und ihrer Arbeit nachgingen.

Abschußbereich ...

Unteroffizier Stolpe rannte mit seiner Crew zum Launcher A-3, nicht jedoch vorher bei der LSCB Alpha kurz angehalten zu haben und den Kopfhörer und das SATA Testgerät mitzunehemen. Er begann mit seinen Checks, die in diesem besonderen Fall nicht zu umfangreich waren. Dann nahm er seinen Schraubenzieher und wollte das Sicherheitschloss vom Sperrbolzen der Umbilicalstecker knacken. Hierbei verbog er nicht nur seinen einemarkfünfzig Schraubenzieher sondern brachte es sogar fertig das Schloss zu verkanten. Auf Anfrage des BCOs, warum das alles so lange dauerte, meldete er seinen Schraubenziehermisserfolg welches der LSCBO Alpha sofort ans BCC weitermeldete. Mit gemischten Gefühlen vernahm er den Befehl zum Launcher A-2 weiterzulaufen. Die Crew beendete ihre Checks und beließ das Startgerät so, dass der Abschußtechniker nur noch die Stecker in die jeweiligen LFKs einklinken brauchte. Auf dem Weg zum A-2 sah er dann den 227 Chief HFw Johansen am A-3 auftauchten und rief ihm zu: »Der A-3 is soweit fertig, du brauchst nur noch die Umbilicals reinkloppen, Hauptfeld!«.

Am A-2 angekommen, ging die Crew wieder durch ihre Checks. Das Schlösser-
knacken mit dem verbogenen Schraubenzieher fiel flach. Stolpe suchte krampfhaft nach einer Lösung; die Zeit brannte ihm unter den Fingernägeln. Sie mussten zumindest erst einmal ein Startgerät on-line bringen, damit die Batterie sich verteidigen konnte.

»Ich hab ne Idee!«, schrie Crewman 1, Obergefreiter Fritz Wolters, plötzlich laut auf und griff sich in die linke Hosenbeintasche, wo laut Batterievorschrift immer ein Verbandpacket für Brandwunden zu sein hatte. Er riss das Packet auf, nahm den Verbandstoff heraus und fädelte ihn durch das Schloss.

»So ham wir in der Grundi unsere Spintschlösser geknackt, wenn wir unsere Schlüssel im Gelände verloren hatten!«, bemerkte er trocken und zum Erstaunen des Crew Chiefs und des Crewman 2, Gefreiter Heinz Helmers.

Ein Ruck und das Schloß flog weg. Während Wolters sich bei den restlichen zwei Schlössern des A-2 zuschaffen machte. Klinkte Stolpe die Umbilicals in den jeweiligen LFK. Dann rannten sie los zum A-1. Dort angekommen, meldete er den Launcher A-2 Clear and Ready! Jetzt hatten sie sich perfekt eingespielt und brachten den A-1 in Rekordzeit on-line. Ein letzter Rundblick überzeugte Stolpe, daß der Hauptfeld ebenfalls vom A-3 verschwunden war, er sah aber auch, daß der A-3 vom BCC vorausgewählt worden war. Die Crew rannte jetzt querfeldein zur LSCB Alpha und meldete dort den A-1 als Clear and Ready. Ein kurzer Blick Stolpes über die Schulter des LSCBOs, Obergefeiter Wörns, stellten sicher, daß alle Startgeräte in Operate waren, sowie die Missile Ready Lights aufleuchteten.

Er warf sich aufseufzend auf die Bank an der linken Wand der LSCB. Seine Launcher Crew war noch heftig am keuchen und sie schwitzten um die Wette. Helmers hustet sich mal wieder die Kippen aus dem Hals.

›Geschieht dir ganz recht!‹, dachte Stolpe nur. ›Du sollst endlich mit der Qualmerei aufhören!‹

Als wenn er es beschworen hätte, griff Helmers in seine rechte Brusttasche und beförderte eine Packung HB hervor, die auch unter dem Namen „Hitlers Beste" vom KB Küchendienst erhältlich war.

»Eh! ... War wohl nix, hier wird jetzt nich gequalmt ... wohl verrückt geworden!«, machte Stolpe, immer noch schweratmend von der Rennerei, seinen Crewman an, und schlug ihm mit der rechten Handaußenfläche über den linken Oberarm. Helmers ließ daraufhin auch flugs die Packung wieder verschwinden, nicht jedoch ohne Stolpe
vorher einen vernichtenden Blick zugeworfen zu haben.

»Mißhandlung von Untergebenen ... das hat Folgen, Uffz!«, bemerkte Helmers mit
schmerzverzogenem Gesicht, sich den Oberarm reibend.

›Jetzt warten wir auf was da kommt.‹, dachte Stolpe bei sich und hoffte innerlich, dass alles nur ein Versehen von „Ganz Oben" gewesen war. Die Stimme des LSCBO belehrte ihn jedoch, ein paar Minuten später, eines
Anderen.
»Volle Deckung! Köppe runter, die schießen wirklich!«

Die gesamte Crew schmiß sich auf den Betonfußboden der LSCB. Der LSCBO konnte von Glück reden, daß das Kopfhörerkabel lang genug war und ihm nicht bei der Deckungsname, der Kopfhörer vom Kopf gerissen wurde.

Augenblicke später: ein scharfer Knall, gefolgt von einem infernalischen Rauschen und einer riesigen Qualm- und Staubwolke, zeugte davon, daß der LFK das A-3 Startgerät verlassen hatte und sich, mit fast dreifacher Schallgeschwindigkeit und weißer, bogengleicher Rauchfahne, in den Himmel bohrte und davon schoss.

»Unten bleiben! Wir wissen nicht, ob die noch einen hinterher drücken!«, warnte Stolpe, der plötzlich unwahrscheinlich ruhig wirkte, als wenn ihn jetzt nichts mehr anpacken könnte.

»Geht nicht, ich muß die Section im Auge behalten!«, antwortete der LSCBO schnell und setzte sich vorsichtig wieder auf seinen Schemel, vor dem Beobachtungsfenster aus verstärktem Glas, von dem er die gesamte Alpha Section überblicken konnte.

»Mensch, was stinkt das hier mit'm Mal nach Kacke!«, beschwerte sich Stolpe laut.
»Hat einer von euch in Hundekacke getreten, die blöden Wachköter scheißen hier überall rum, los Stiefel nachgucken!« Wolters kniete links vor der Bank und zitterte am ganzen Körper.

»Ich hab mich so erschreckt«, sagte er kleinlaut, »ich mir glatt in die Hose gekackt!«

»Keine Panik, daß kommt in den besten Familien vor. Setz dich dort in die Ecke, ich mach die Tür auf zum Lüften.«, beruhigte Stolpe seinen Crewman und öffnete die Tür zur LSCB. Der Gestank nach Raketenfesttreibstoff lag schwer in der Luft und überdeckte den Fäkalienduft - zumindest für den Augenblick.

Im Bravo Abschußbereich war es ähnlich abgelaufen. Nachdem der 227 Techniker, Feldwebel Rainer Joseph, am B-1 eingetroffen war, befand sich die Crew gerade auf dem Weg zum B-2 Launcher. Dort angekommen verloren sie keine Zeit und zogen ihre Checks durch. Sie hatten hatten sich natürlich ebenfalls, wie in der Alpha Section, mit den Schlössern abzufinden, nur benutzte hier niemand ein Verbandpäckchen, sondern der Crewman 1, Gefreiter Ralf Schindler, hatte ebenfalls eine spontane Idee und zweckentfremdete sein Halstuch, welches er ständig bei sich trug. Auch hier flogen mit einem Mal die Schlösser weg, als wenn sie aus billigem Draht bestanden hätten. Nachdem der B-3 ebenfalls von der LSCB Bravo als Clear and Ready hochgemeldet worden war, konnte die Crew etwas verschnaufen.

Der Crew Chief, Stabsunteroffizier Willi Hendricksen, aus Achim bei Bremen, der wegen seiner gedrungenen Statur auch „Rollo der Wickinger" genannt wurde, sah in die Runde. Er hatte sich auf einen ausrangierten Küchenstuhl in der Nähe des LSCB Ausgangs gesetzt und hatte jetzt nicht nur einen guten Blick, über den Rücken des LSCBOs in die Abschusssection, sondern konnte auch so seine Crew im Auge behalten. Das er diese Sitzwahl richtig getroffen hatte, sollte sich ein paar Minuten später als richtig erwiesen haben.

»Die schießen vom A-3!«, kam plötzlich die Meldung vom LSCBO, Gefreiter Peter
Wasch, auch „Waschi" genannt.

Kurz darauf folgte der Abschußknall, wobei die Crew sichtlich zusammenzuckte.

Hendricksen sah gerade noch einen kleinen Teil des Vaportrails, als die Rakete von der linksliegenden Alpha Section abgefeuert wurde - er sah aber auch aus den Augenwinkeln, wie ein schneller Schatten aus der Ecke in Richtung LSCB Ausgang vorschnellte. Er warf sich blizschnell in den Weg des Gefreiten Holger Renners und brachte ihn zum straucheln. Vor der Eingangstür hatte er ihn vollends eingeholt und drückte den Gefreiten mit aller Gewalt zu Boden. Aufgrund seiner Statur, hätte ihm keiner diese Schnelligkeit des Handelns zugetraut.

»Ich will hier raus ... die Russen schießen uns ab, wie Enten!«, schrie Renners wie von Sinnen und versuchte sich aus der eisernen Umklammerung des Stuffz zu befreien. Beide rollten hin und her, wobei Hendricksen sich mehrmals den Kopf an den Stufen der LSCB anstieß und Schürfwunden davon trug.

»Nix da, Renners!«, schnaufte Hendricksen, der Mühe hatte, den wildumsichschlagenden Gefreiten, unter Kontrolle zu bringen. Er schaffte es Renners auf den Rücken zu drehen und sich rittlings auf ihn zu setzten. Jetzt kam Hendricks Körpergewicht zum tragen. Er holte weit aus und schlug dem Gefreiten die flache Hand ins Gesicht, dass es laut klatschte und von der Rückseite der Missile Pit Revampments zurückhalte.

»Reiß dich zusammen, du Arsch! Hier rennt keiner weg, vestanden? Wir sind hier unten besser dran als im Bereitschaftsgebäude oder im offenen Gelände!«

Renners wimmerte vor sich hin, während Hendricksen ihn wieder in die LSCB schleifte und in eine andere Ecke drückte, wo er ihn besser im Auge behalten konnte. Der LSCBO saß, stumpf nach vorne in die Abschuß Section sehend, auf seinem erhöhten Stuhl und schien sich um nichts zu kümmern. Der Gefreite Schindler, aus Münster, saß mit nach vorne und hinten schwingenden Bewegungen auf der Bank, die entlang der längeren Wand angebracht war. Er hatte einen Rosenkranz in den Fingern und ließ die Perlen durch seine Finger gleiten, wobei er leise und kaum verständlich etwas herunter betete.

›Hoffentlich drehen die mir nicht alle durch!‹, dachte Hendricksen bei sich. ›Ich kann jetzt den BCO nicht damit belasten, ich muß selbst damit fertig werden. Sonst haben die doch immer so eine große Fresse ... und nu?‹

Hendricksen wischte sich mit dem Handrücken die leicht blutenden Stellen am Kopf ab, wartete noch ein paar Minuten und sagte: »Alle mal herhören! Wenn ich das hier so sehe, dann möchte ich gar nicht erst wissen, wie das in der Alpha Section aussieht.
Männer ... laßt mich jetzt nicht im Stich! Wenn ihr hier unten nicht die Ruhe behaltet, dann war unsere ganze Ausbildung umsonst gewesen. Wenn wir da jetzt wieder raus müssen, dann können wir uns keine Fehler erlauben ... dann sind wir erst recht erledigt.«
Er machte eine kurze Pause bevor er weitersprach. »Tschuldige, Renners, daß ich dir eine
geknallt hab, aber ...«

»... ist schon gut«, unterbrach ihn Renners, der sichtlich ruhiger geworden war, »war ja meine Schuld, hätte nicht passieren dürfen, aber es kam mit einem Mal so über mich.«

Renners war wie ausgewechselt und sah dem Stuffz ernst in die Augen als er sprach. Der LSCBO wirkte ebenfalls als ob er aus einer Trance erwacht war und nickte nur zustimmend, den Blick allerdings nach vorne gerichtet. Schindler sah nur kurz auf und fummelte nervös an seinem Rosenkranz herum.

»Keine Uhren, Ketten und Ringe - ich weiß schon.«, bemerkte er nur trocken und verstaute den Rosenkranz in seiner inneren linken Brusttasche, wo sich auch seine Erkennungsmarke und der Truppenausweis befand.

»Gut ... gut, warten wir ab was kommt ...«, entgegnete Hendricksen ruhig. »TARGETS!«

Der Warnruf des TCA schreckte die Crew auf.

»Vier aus 3800! IFF positive! Das sind welche von uns!« meldete Haagedorn laut.

»Ja! Alarmrotte von den Engländern, Royal Air Force. Im Auge behalten, da is was im Busch.«, entgegnete von Waschner schnell.
Als hätte er es beschworen ...

»LOW ALTITUDE ATTACK aus 4800 und 4900 Strich!«, rief Haagedorn aus, wobei er den Zielvergleich mit der Tiefsuchkonsole vornahm und die Seitenwinkelinformationen auf der TCC mit dem Fettstift anriß.

»Alpha: ... 4800 und Bravo: 4900, Search LOW!«, befahl von Waschner den FCOs, wobei er die Zielüberweisung direkt vom Geschwindigkeitsanzeigeband der TCC vornahm. »ASIO und TCA ebenfalls den Bereich Null bis Zwoundeißighundert abdecken! Paßt mir bloß auf!«, forderte er den Tiefsuchpultbediener und seinen Feuerleitgehilfen Haagedorn auf.

Die Schießpultbediener bestätigten und nahmen die Ziele an.

›Hätte mich auch gewundert. Irgendwo müssen ja die Schweine sein, die bei den 31ern und 35ern aufgräumt hatten. Die haben sich bestimmt auch noch bei NIKE blicken lassen und Unheil angerichtet. Jetzt kommen sie vom Westen angebrettert und geh'n auf uns und die die 37er los, mal eben so auf'm Nachhauseweg!‹, dachte von Waschner erbittert.


»Alpha LOCK! Target Altitude: 02, Speed: 300, Signal Strength: Low! Weiß nich, ob ich den halten kann!«

»Roger, wie gehabt, dran bleiben!«, kam die Antwort vom BCO.

»Bravo LOCK! Target Altitude: 03, Speed: 300, Signal Strength: Low! Hab ebenfalls leichte Probleme!«

»Keine Panik, Männer ... kriegt ihr schon hin.«

Mit einem Mal hatte von Waschner eine Idee ...

»Alpha Tree-Six an BOO!«, sprach er laut die Hot Loop Verbindung.

»BOO spricht, go ahead, Alpha!«, antwortet Tree-Six.

»Seht ihr unsere Aufschaltungen?

»Ja, we got you covered, Alpha. Wieso?«, fragte der BOO vom Battaillonsgefechtsstand.

»Alpha-Alpha Altitude is 02 und Alpha-Bravo is 03. Die Abfangjäger sind viel zu hoch ... die sehen die Angreifer nicht. Mal dem CRC melden!«

»Danke, Roger, machen wir!«, kam es prompt zurück.

»TCA, wie sieht das mit dem LV - Tagebuch aus? Hast du alles mitgeschrieben?«

»Alles Paletti, Herr Oberleutnant, geht automatisch vonner Hand.«, antwortete Haagedorn lässig, wobei er den Bildschirm jedoch im Auge behielt.

»Four more Targets on ASI!«, meldete plötzlich der Tiefsuchpultbediener.

»TCA, Roger. Die Abfangjäger sind nur noch ganz schwach zu erkennen. Ich korreliere auf das IFF ... Jetzt sind se weg, nur noch IFF!«

Olt von Waschner, zog einen extra Fettstift aus der Brusttasche und gab ihn dem ASIO.

»Die neuen Ziele auf der ASI anreißen, im Auge behalten und mitplotten. Nicht den Überblick verlieren!«, wies er den ASIO an. »Ich kann mir jetzt lebhaft vorstellen was als Nächstes kommt ...«

Er hatte den Satz noch nicht fertig gesprochen als es auch schon los ging.

»FCO Alpha, da zieht mir einer den Heipower vom feindlichen Target runter, Herr Oberleutnant!«

»BREAK LOCK und wieder auf das alte Ziel aufschalten, manuell mithalten. Nicht in die Irre führen lassen. Da müßt ihr jetzt mit rechnen, daß euch die schnelleren Ziele die Heipower klaun, wenn sie im gleichen Seitenwinkel und Elevation rumkurven!«, befahl von Waschner.

»Warum versuchen wir eigentlich weiter aufzuschalten, wenn unsere Jäger die Bekämpfung übernommen haben?«, fragte der FCO Bravo schnell, während er an seinem Schießpult, konzentriert, das feindliche Flugziel manuell mitführte.

»Kann ja passieren, daß unsere Schlippsoldaten abgeschossen werden; auch wenn das Verhältnis vier zu zwei steht. Außerdem, machen wir mit unserer Aufschaltung den Hostiles die Hölle heiß, weil bei denen im Cockpit jetzt alle möglichen Anzeigen und akustische Signale im Gange sind und die Piloten abgelenkt werden. Ist euch noch nicht aufgefallen, daß wir noch keinen Abschußbefehl von Oben runter bekommen haben? Man will beim CRC bestimmt erst einmal sehen, wie unsere Jäger zu Rande kommen, weil die flexibler agieren können. Wir würden eh nich in einen DOG FIGHT reinschießen ... wollen doch nicht unsere eigenen Leute runter holen, oder? Wir spielen jetzt Backup - Lebensversicherung - wenn man so will!«, erklärte von Waschner langatmig. »Reiner Selbstschutz ...«, fuhr er fort, »... das CRC will nämlich auch keine aufs Dach kriegen!«

Die BCC Crew nickte nur stumm, sie hatten es von dieser Warte noch nicht betrachtet.


»ASIO an BCO: Jäger und Hostiles sind jetzt Deckungsgleich im Seitenwinkel, kaum noch zu unterscheiden!«

»Deswegen hab ich dir ja den Fettstift gegeben, damit du da nicht durcheinander kommst ... ist vielleicht schwierig, aber versuch es trotzdem.«

Das Bild sah nicht sehr viel anders auf dem taktischen- und den Schießpultbildschirmen aus. Obwohl die FCOs keine Traget Videos oder IFF Kennung auf dem Großen Bildschirmen sahen und sich nur nach den Anzeigen am äußeren Rand orientieren konnten, mußten sie sich auf ihre Aufschaltwerte und den kleinen rechteckigen Anzeigen, mit denen sie manuell die Ziele führten, verlassen. Es war eine schweißtreibende Arbeit, wobei sie immer zwei Bildschirme zur gleichen Zeit im Auge behalten mußten. Ihre Arbeit forderte ihre höchste Konzentration, hilfreich war dabei allerdings die akustische Dopplereinspeisung, der reflektierten und modulierten Empfangsfrequenz der Beleuchtungsradargeräte, welche sie durch ihre Kopfhörer vernehmen konnten. Der TCA und der BCO hatten es da etwas besser, sie konnten zumindest die IFF Kennung mit den Anzeigen vom Tiefsuchpult vergleichen und bekamen dadurch einen Geschmack vom angehenden Luftkampf, wirklich sehen konnten sie die Flugziele jedoch auch nicht. Die Fettstiftplotts auf der TCC, wie die taktische Konsole ebenfalls genannt wurde, sahen fast aus wie eine glorifizierte DNA Spirale. Taktische, elektronische Freund / Feind ADL Symbole, welche direkt vom CRC heruntergesandt wurden, vermischten sich mit den batterieeigenen ADP Symbolen und machten die Unterscheidung etwas einfacher. Zu diesem Zeitpunkt schien es sich auszuzahlen, daß Olt von Waschner seine Sporen bei der veralteten Basic Hawk Version verdient hatte. Er war ein erfahrener Haase und hatte bereits mehrfach unangenehme Situationen meistern müssen. Er war durch die harte Schule des berüchtigten Fünf-Minuten Status gegangen, als die Russen damals die Tschechoslowakei eingenommen hatten. Er beschloß daher die BCC- und Abschuß Crews dementsprechend zu führen. Kameradschaftlich, manchmal bestimmt, jedoch nicht von "Oben" herunter oder nur Dienstgradbezogen. In Situationen, wie dieser, war ein Führungscharakter gefordert, der souverän mit der Lage umgehen konnte und durch angepaßtes Verhalten, Sicherheit und Vertrauen vermittelte. Das Letzte was die Crews jetzt brauchen konnten, war ein hibbeliger Vorgesetzter, der seine Befehle immer widerrief und durch die Gegend schrie, wenn es dann bei der Ausführung haperte, obwohl die Schuld beim Vorgesetzten lag.

Ruhig nach außen, jedoch innerlich angespannt, sah er dem TCA bei seiner Arbeit zu und lugte von Zeit zur Zeit zu den FCOs hinüber. Es gab nur sehr wenige Flugziele auf dem Bildschirm, die n mittleren Höhenbereichen, tangentiale Kurse in Richtung Hamburg, Hannover und Kopenhagen flogen - keiner flog den Verkehrsflughafen Bremen an. Ansonsten war der Luftraum, wie leergefegt.

Er sah auf die BCC Uhr, einer archaisch anmutenden Aufziehuhr, die von Zeit zu Zeit blinkte, um die Taktiker aufmerksam zu machen. Es waren gerade erst einmal 45 Minuten seit der Alarmierung vergangen und von Waschner war überrascht, daß man bei Euro-Control sofort reagiert und den gesamten Norddeutschen Luftraum für Zivilmaschinen gesperrt hatte. Die Flugziele auf dem Bildschirm hatten sich zur Zeit der Alarmierung wohl schon in der Luft befunden und man hatte sich, wohl oder übel, entschlossen, daß sie ihre Bestimmungsflughäfen anfliegen sollten. Es war sehr gut möglich, daß das CRC Visselhövede dafür das ALL CLEAR gegeben hatte. Ein gewisses Risiko war allerdings damit verbunden, denn die Angreifer könnten sich auf dem Nachhauseweg entschließen, mal eben einen dicken Brummer vom Himmel zu
schießen.


›Wenn ich mir das so betrachte, dann sieht das so aus, als wenn das die einzigen Hostiles gewesen sind.‹, dachte von Waschner. ›Eigentlich untypischen für den WP - zumindest was wir von ihnen wissen!‹, schränkte er im Geheimen ein.

»ASIO an BCO: Ich hab nur noch vier anstatt sechs Targets auf dem Scope ...«, meldete der Tiefsuchpultbediener.

»... und ich hab dafür nur noch drei positive IFF Kennungen und vier Friendly ADL Symbole. Die Hostile Symbole sind weg! Das soll mir mal einer erklären!«

Gleichzeitig meldeten die FCO's, daß sie nun endgültig die Aufschaltungen auf die
Hostiles verloren hatten.

»Jäger drehen ab und fliegen zurück ... HALT! ... da kommen neue an von Richtung Wittmund!«, meldete der TCA.

»Das sind germanische Flieger, ist bestimmt die Ablösung!«, vermutete von Waschner, der jetzt sehr interessiert den Bildschirm betrachtete und sich seine Gedan-
ken machte.

»Die Wittmundflieger nehmen Positionen über dem 31er und 35er Bereich ein!«

»Alpha, Bravo Sector Search, just in case - Null bis Zwounddreißighundert!«, befahl von Waschner schnell bevor er sich wieder dem TCA zuwandte.

»Jetzt paß mal auf was passiert«, forderte er Haagedorn mit erhobenem rechten
Zeigefinger auf.

»Ahhh ... die fliegen Abfangschleifen ... sehr interessant. Glauben Sie, Herr Oberleutnant, daß man dem einen Tommy das IFF zerschossen hat?«

»Gut möglich, daß würde auch erklären, warum die so langsam nach Hause hinkenund bei uns eine IFF Kennung fehlt. Einer hat bestimmt was abgekriegt.«

Plötzlich klingelte das Telefon.

»Stuffz Haagedorn, hier!«, beantwortete der TCA das Gespräch.

»Chef und Verstärkung sind in der Stellung!«, kam es vom Fernmelder über die interne Stellungstelefonverbindung.

»Roger, wurde auch Zeit!«, antwortete Haagedorn frech.

»Chef ist da, Herr Oberleutnant!«, meldete er dem BCO.

Von Waschner nickte nur zur Bestätigung und sah wieder auf den Bildschirm.Haagedorn führte ein paar Ziele mit, die jedoch tangentiale Kurse aufwiesen und der Batterie nicht gefährlich werden konnte.

Fünf Minuten später wurde die BCC Tür aufgerissen und der Chef, Major Zimmermann, wand sich zwischen dem Vorhang hervor.

»Moin, Herr von Waschner, was können Sie mir melden?« fragte Zimmermann forsch.

»At Battle Stations, Herr Major! Ein LFK mit der Alpha Section verschossen, ein Abschuß erzielt. Wir sichern den Luftraum und warten auf weitere Befehle von Oben!
31er und 35er hatten Verluste, wie man uns mitteilte. Gerätestatus ist operational. Das wär's auch schon.«, meldete von Waschner ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen.

»Hier ... hab da was für Sie!«, entgegnete Major Werner Zimmermann nickend und übereichte von Waschner einen kleinen Zettel. »Wurde mir gerade vom Fernmelder mitgegeben, kam vom BOO über Postleitung!«

Von Waschner nahm den Zettel entgegen, warf einen Blick darauf und fing sofort an in der VS-Kiste herumzukramen. Er brachte einen dünnen Stapel lose zusammengehefteter Papiere zum Vorschein und begann damit den aufgeschriebenen Spruch zu entschlüsseln.

Es waren nur wenige Symbolgruppen und es dauerte daher auch nicht lange bis das Resultat vor ihm auf dem Bildschirm, in Fettstift, aufgeschrieben war.

»Wir gehen nach Fünf Minuten EBS, Effective Immediately!«, sagte er nur kurz.

»Alpha Tree-Six: Status Change: Line One ...«, nahm von Waschner schnell Verbindung mit dem BOC auf.

›Hmm ... warum gehen wir mit einem Mal nach Fünf Minuten?‹, wunderte sich vonWaschner. ›Das hat doch was zu bedeuten?‹


Major Werner Zimmermann, war blauäugig, schlank, etwa zwei Meter und vier groß und mußte im BCC leicht den Kopf einziehen, sonst wäre er an der Decke angestoßen. Seine strohblonden Haare waren im kurzen Igelschnitt gehalten, welches einen herben Kontrast zu seinem ovalen Gesicht und seiner langen Nase herstellte. Böse Zungen hatten das Gerücht aufgebracht, daß er morgens nur in die rechte Hand zu spucken brauchte, um mit einem Wisch über den Kopf, den Igel in HAB ACHT Stellung zu bringen.

Trotz des manchmal polternden Auftretens im Umgang mit seinen Offizieren und Feldwebeln, war er jedoch bei den Soldaten beliebt und man respektierte ihn. Manchmal trat er dabei in seine eigenen Fettnäpfchen, was die gesamte Stellung hinter seinem Rücken in Lachkrämpfe verfallen ließ, zeigte es doch jedem, daß der „Alte" auch nur ein Mensch war. Es gab sogar Stimmen, die behaupteten, daß er das aus Absicht tat, um die Truppenmoral hochzuhalten; denn es gab nicht schöneres für die Truppe,festzustellen, daß der Chef wieder einmal so richtig verrissen hatte - aber wehe dem, der das zu offen zeigte, der tat das nie wieder. Sowie Zimmermann gelegentlich fürdie Belustigung der Truppe sorgte, verlangte er aber auch eisernen Einsatzwillen. Rumgeweine, Gejammer und Beschwerden, sowie Kompetenzgerangel waren ihm zuwider und er hatte da einen ganzen Sack voller Maßnahmen entwickelt, „Neugierige", abzuschrecken. Zweifler an seinen Führungsqualitäten wurden schnell davonüberzeugt, daß sie es mit einer alten Fla Rak Kampfsau zu tun hatten, die vor nichtszurückschreckte und sogar Bataillons oder Regiments Kommandeure auflaufen lies. Es gab für ihn eigentlich nur eine Devise: Im Zweifelsfalle immer zu Gunsten der Batterie, danach kommt erst mal ne Runde gar nix! So wie es seine Art war, drückte er es auch manchmal auf Englisch aus: ›Take a number for better service!‹

Sein Privatleben war das bestgehüteteste Stellungsgeheimnis. Natürlich wußte jeder, dass er verheiratet war und zwei größere Kinder hatte. Evangelisch war er nebenbei auch noch, obwohl das eigentlich niemandem etwas angehen sollte - seine Blutgruppe war O-Rhesus-Positiv. Es wurden im ELO bereits die ersten Wetten ange-
nommen, wann er endlich se

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Kommentar von Dirk Becker | 02.08.2011

Hallo aus Westfalen,


wenn eine Abschusscrew der 3/31 schon als erste aus dem fiktiven Szenario genommen worden ist (hat mich als ehemaliger Abschuss Mann von 3/31 sehr betroffen gemacht), bin ich auf jeden Fall auf den 2`ten und 3`ten Teil gespannt.


Gruss aus Warburg - D. Becker

Kommentar von Michael Grass | 06.12.2010

Moin Moin Koecki,

Ich war selbst ein Bong von der Delta/35. Vermisse ein weinig die zeit in Wachendorf und Delmenhorst. Wuerde gerne den 2ten und 3ten teil sehen.

Gruss aus Detroit

(ist ja nicht weit weg von Kitchner, small world)

Kommentar von Köckritz, Michael | 29.11.2009

Moin, moin,
freut mich, daß euch das Buch gefällt. Schreibt mir bitte, ob ihr am Teil 2 und Teil 3 Interesse habt, dann werde ich es euch per e-email frei zu schicken.

Gruß

Köcki

2009-10-22 01:02:04

Kommentar von Dieter Schmidt | 29.11.2009

Hat mich an alte Zeiten erinnert. Lief alles wie im Film ab.
mfg
DS
(ex TCA 36er Deinstedt)

2008-03-02 01:02:34

Kommentar von Börner, Oliver | 29.11.2009

Schließe mich meinem Vor"schreiber" an!
mkg
OB
(ex.221 37er Gudendorf)

2008-01-30 11:55:58

Kommentar von Wolter, Karl | 29.11.2009

einfach super,super richting aus dem leben.
mfg
kw
(ex. 35er lichtenmoor)

2008-01-24 23:13:30