Dies & Das 39

Süderbraruper Pokalschießen

24.10.1975 22:59 von Schlei Bote (Kommentare: 0)

Pokalschießen um einen vom Süderbraruper Standortältesten gestifteten Preis für acht Mannschaften

Süderbrarup (uk). Was für eine Mannschaft der Gemeinde Süderbrarup im vergangenen Jahr mit einem Sieg so vielversprechend begann, brachte diesem Team diesmal nur den vorletzten Platz: das Standort-Pokalschießen der Süderbraruper Thorsbergkaserne. In diesem Jahr machten die im Umgang mit Waffen geübteren Teilnehmer das Rennen, und die „Schieß-Laien" hatten das Nachsehen. Aber dennoch: Auch die Laien" trafen hier und da ganz gut.

 

Als einer von vielen sei an dieser Stelle nur der Süderbraruper Amtsvorsteher Max Werner Detlefsen erwähnt, der im politischen Alltag als recht gewandt gilt, aber, so zeigte es sich, auch mit der Pistole in der Hand Treffer landete. Das ergab mancherlei Spekulationen, die jedoch energisch zurückgewiesen wurden. Er will weiterhin ein „Mann des Wortes" bleiben.

Das gilt auch für alle anderen Nach-mittagsschützen, die ihren Spaß an diesem Pokalkampf hatten. Das Fla- Rak-Btl. 39, das mit zwei Batterien in Süderbrarup stationiert ist, hatte zum zweiten mal zum Pokalschießen geladen. Neben zwei Bundeswehrmannschaften meldeten sich die Gemeinde, das Amt, die Feuerwehr, die Polizei, die Jägerschaft und die Presse Süderbrarups mit jeweils vier Personen - eine Frau und 31 Männer — zur Stelle.

 

Nachdem sich alle mit einem deftigen Essen für das Kommende gestärkt hatten, ging es zum Schießplatz nach Schleswig. Dort warteten Pistolen der Bundeswehr und Maschinengewehre darauf, „fachmännisch" bedient zu werden. Nicht jeder war mit diesen „Dingern" vertraut, aber bundeswehrliche Hilfe im Hintergrund stand jederzeit bereit, helfend einzuspringen. Bei den Pistolenschützen - fünf Schuss mussten auf die große Scheibe abgegeben werden — hat es sogar mehr als einen gegeben, der die stolze Ringzahl „null" erreichte. Bei der Handhabung des Maschinengewehrs kam es darauf an den Finger schnell genug wieder vom Abzugshebel zu bekommen, um nicht alle 15 Schuss „auf Schlag zu verballern", von denen dann die wenigsten im Ziel saßen.

 

Neu bei dem diesjährigen Wettkampf war das Tontaubenschießen auf dem Schießstand in Rurup. Die Jäger, die hier „ihr zweites Zuhause" haben, legten eine Treffsicherheit an den Tag, die die nachfolgenden Mannschaften verunsicherte. Doch so schlimm wurde es dann doch nicht. Auch, wer zum ersten mal eine Ton-taube zu erlegen hatte, erreichte bis auf einige ganz wenige unrühmliche Ausnahmen, noch ein stattliches Ergebnis.

 

 Im „Fuchsbau" der Thorsberg-Kaserne wurde Fazit gezogen. Standort- ältester Major Henner Treiber, um dessen Pokal es ging, nahm die Siegerehrung in umgekehrter Reihenfolge vor. Dabei hatte sich ein Rechenfehler eingeschlichen, auf dessen Berichtigung die Polizeimannschaft großen Wert legte, denn immerhin waren sie nicht viertletztes, sondern drittbestes Team. Die „rote Laterne" in Form von sauren Heringen gab es für die Presse mit ihren 83 Punkten, 7. wurde die Gemeinde mit 92-Punkten, 6. die Jägerschaft des Hegeringes II mit 150 Punkten, 5. das Amt mit 152 Punkten — es wurde immer spannender — 4. die Feuerwehr mit 157 Punkten, 3. die Polizei mit 170 Punkten, 2. die Bundeswehrmannschaft des Standortältesten mit 173 Punkten und Pokalgewinner schließlich mit den Hauptfeldwebeln Leonhard Möller, Rainer Hucke, Heinz Buchholz und Oberfeldwebel Erhard Hardt das Team der IV. Batterie.

 

Major Treiber lobte den fairen Kampfgeist aller Teilnehmer und „bedauerte" bei deutlich sichtbarem Stolz, dass die Bundeswehr sich diesmal den Pokal weggeschnappt habe.

Amtsvorsteher Detlefsen freute sich über den guten Kontakt der Uniformierten zu den Zivilen und war der Ansicht, dass dieses Ereignis sicher einen positiven Vermerk im Tagesbefehl der Bundeswehr erhalten werde. Dr. Klaus Erichsen machte sich zum Sprecher der Jägerschaft und betonte, Freud und Leid hätten die> Bevölkerung Süderbrarups und die Soldaten der Kaserne zusammengeschweißt.

 

Ein „Nachspiel" hatte der bereits erwähnte Rechenfehler. Für den dritten Platz, auf den die Feuerwehr zunächst „hinauf gerechnet" worden war, hatte es eine Flasche mit hochprozentigem Inhalt gegeben. Den hatten die Feuerwehrleute in ihrer Großmut in kleinen Gläschen verteilt. Als sich nun abzeichnete, dass sich ein Plazierungsmandel einstellen würde, wurde besagte Flasche eilends „gefüllt". Zerknirscht bereute Major Trether das Missgeschick, als er verkündete, nicht die Feuermehr, sondern die Polizei sei Dritter geworden. Die Folge: Die Feuermehr musste ihre Flasche wieder herausrücken, was sie mit bemerkenswerter Bereitwilligkeit tat. Nachdem der Süderbraruper Polizeichef Rudi Link die seiner Mannschaft zustehende Würdigung empfangen hatte, musste er einen Schluck aus der Feuermehr-Flasche nehmen. Er tat's und schüttelte sich wie ein Pudel: „Brrrr... Wasser". Nun, die Polizei sollte nicht mit Wasser abgespeist werden, denn das widersprach allen „Fuchsbau-Sitten". Eine „richtige" Flasche wurde hervorgezaubert, und die Polizisten waren's zufrieden. Meinte doch einer: Das muss in die Zeitung und hatte auch gleich eine Überschrift zur Hand: Betrugsaffäre aufgedeckt, (uk)

 

Die siegreiche Mannschaft: Heinz Buchholz, Erhard Hardt, Leonhard Moller und Rainer Hucke von der IV. Batterie des Fla-Rak-Btl. 39	Foto: koe
 

Die siegreiche Mannschaft: Heinz Buchholz, Erhard Hardt, Leonhard Moller und Rainer Hucke von der IV. Batterie des Fla-Rak-Btl. 39

Foto: koe

 


<p>Augen zu und abgedrückt: Amts- Mannschaftsmitglied Georg Hansen aus
Wagersrott Foto: koe</p>

Augen zu und abgedrückt: Amts- Mannschaftsmitglied Georg Hansen aus Wagersrott

Foto: koe

 

Augen zu und abgedrückt: Amts- Mannschaftsmitglied Georg Hansen aus Wagersrott                Foto: koe

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