1./Flugabwehrraketenbataillon 39

Wappen der SaubatterieSaubatterie

Die Suche nach einem Maskottchen wurde bei den Wildfütterungen in den Wäldern der Eifel beendet. Die Soldaten der 1. Batterie des FlaRakBtl 39 entschieden sich für eine Wildsau als Wappentier der Einheit. Drei Frischlinge wurden gemustert und anschließend zum Dienst in der Einheit eingezogen. Die Batterie erhielt fortan den Beinamen »Saubatterie« und die Frischlinge wurden getauft auf die Namen

Karl-Dieter, der Keiler

Muttchen und Inge, die beiden Bachen.

 

Bei der Taufe des Keilers hatten der dama­lige Chef der Einheit, Hptm »Dieter« Reklttke sowie der Batteriefeldwebel »Karl« Schütte Pate gestanden. »Muttchen« war die Wirtin der Stammkneipe und »Inge« der Vorname der Schreibkraft in der Batte­rie.

 

Den zum Dienst verpflichteten Wildsauen wurde ein stattliches Wildgatter errichtet, in dem sie vom »Sauvater« (Spieß) mit sei­nen Futtermeistern liebevoll gepflegt wur­den. Die Schwarzkittel erfreuten sich bald großer Beliebtheit, so daß sogar der Süd­westfunk eines Tages eine Reportage aus dem »Saustall« über den Äther schickte.

 

1969 verlegte die Saubatterie nach Süder- brarup, die Wildschweine erreichten ihre neue Heimat im Bahntransport. Das Gatter in der Thorsberg-Kaserne behagte ihnen jedoch nicht und so brachen sie schon in der ersten Nacht aus. Soldaten, Einwohner aus Süderbrarup und sogar der Tierarzt beteiligten sich an dem erfolgreichen Ver­such, die Tiere wieder einzufangen. Der Tierarzt erhielt dabei für seine Verdienste den Titel »Sau-Doktor«.

 

Es sollte jedoch nicht der letzte Ausbruch bleiben. Die um Publicity nicht verlegenen Wildsäue waren bald wieder Mittelpunkt des örtlichen Geschehens. »Muttchen « war plötzlich abwesend von der Truppe und fri­sche Aufbrüche in Feld und Flur gaben Kunde von der »Fahnenflüchtigen«. Presse und Rundfunk beteiligten sich In Aufrufen an der Suche nach dem Drei-Zentner-Tier. Doch weder Heimweh noch Liebeskum­mer trieben »Muttchen« zur Truppe zu­rück.

 

»Muttchens« Ausbruch endete dann vor der Büchse eines Jägers, der die Wildsau stellte und sie erlegte.

 

Von einem einheimischen Geschäftsmann erhielt die Saubatterie jedoch bald darauf Ersatz, Muttchen II war ein Geschenk und wurde zur Nachwuchsförderung in das Ge­hege der Kaserne versetzt.

Mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst des »Sauvaters«, Haupfeldwebel Karl Schütte, verließen dann auch die Wildsäue den Standort Süderbrarup. Der pensionierte Hauptfeldwebel errichtete

 

sich in Iserlohn ein eigenes Gehege, in das seine Maskottchen versetzt wurden. Hier stellte sich auch der bislang ausgebliebe­ne Nachwuchs ein, so daß für die Nach­kommenschaft von Karl-Dieter und Mutt­chen II gesorgt war.

 

Zur Erinnerung an ihre ehemaligen Mas­kottchen erhielt die Batterie drei präparier­te Frischlinge aus dem Gehege ihres pen­sionierten »Sauvaters«, die symbolisch die Namen »Karl-Dieter, Muttchen und Inge« tragen und heute in einer Glasvitrine das Batteriegebäude der 1./39 schmücken.

 

Der Name »Saubatterie« ist der Einheit ebenfalls geblieben und eine Wildsau schmückt noch immer ihr Batteriewappen.

 

Quelle: Broschüre "20 Jahre FlaRakBtl 39"

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