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Unimog Lkw 2t

Modellbaubschreibung von Michael Speck


Den 2 Tonner gab es schon einmal als Modell in 1/24. Jonny Klisch, jetziger Inhaber von „Modellbau Rettkowsky“ (ich hatte die Ehre, Heinz Rettkowsky noch kennen zu dürfen), hatte genauso wie ich, den 2 Tonner sehr gerne gefahren, und sich damals das 24er Modell zugelegt und gebaut. Die Passgenauigkeit war unter aller Kanone. Nun ja. Nach unserer Unterhaltung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Modell von Revell eine exakte Verkleinerung in 1/35 vom 24er Modell ist.

Kein Teil ohne Gusgrad. Keine Baugruppe ohne Spachteln. Bei den Fahrer/Beifahrertüren ist die Ungenauigkeit so groß, dass ich überlegte, diese offen darzustellen. Doch es gibt für das Modell keine Teile zum „supern“, und so blieben die Türen zu, und die gewaltigen „Luftspalten“ werden mit „milliput“ verschlossen. Bei diesem Modell, entschloss ich mich, in drei Abschnitten vorzugehen, und sie einzeln zu bauen und zu lackieren: Chassé, Führerhaus und Ladefläche. Dann wird alles nach und nach zusammengesetzt. Zudem ist ein Teil unbrauchbar, welches ich jetzt von Abteiling "X" von Revell erwarte.

Als ich so langsam mit der Endmontage der Baugruppen des 2tonners beschäftigt war, musste ich feststellen, dass das Bauteil für die Kraftstoffkanisterhalterung absolut nicht zu gebrauchen ist. Also noch 'ne Email an "Abt. X" von Revell. Die Lieferung dauert dann so eine Woche bis 14 Tage. Dann der erste Rückschlag: ich bekomme als Ersatz ein nicht brauchbares Teil geliefert (das seltsamerweise genau die gleiche Verformung aufweist, wie das Bausatzteil). Also Fotos von den beiden Teilen gemacht und nochmal nach Abt. X gemailt. Diesmal lieferte mir Bünde ein Viertel des ganzen Spritzrahmens. Jetzt war ich frohen Mutes, dass es bald weitgehen kann und dass Modell Gestallt annimt.

Nun der zweite, weitaus schlimmere Rückschlag: Durch eine kleine Unachtsamkeit wurden die Baugruppen des 2Tonners vom Tisch in meinem Arbeitszimmer gefegt. Dabei hat sich das halbe Chassis zerlegt. Ich habe nun die Wahl den Bausatz noch einmal zu kaufen und das Chassis neu zu bauen, oder es zu reparieren. Ich habe mich letztentlich zur Reparatur entschieden. Dabei sind die Räder zwar nicht mehr beweglich, aber beim fertigen Modell ist von den meisten Komponenten (und Schäden) eh nicht viel bis nix mehr zu sehen.

 

Michael Speck

 

Anbei wie gehabt, ein paar Fotos vom Verlauf des Baus…

Der 2-Tonner (die zwote) von Revell in 1/35

2-TonnerNachdem das erste Modell meines Zweitoners so dermaßen demoliert wurde, gab es nur noch eine Alternative: ein neuer Bausatz muss her. Erstes Problem: »bei Revell gibt es den Bausatz nicht mehr«. Das kann nur daran liegen, dass der Bausatz eine grottenschlechte Passgenauigkeit hat. Und, das Interesse nicht all zu hoch gewesen ist. Übers Internet (Amazon.de) habe ich noch einen neuen Bausatz bekommen. Nun das zweite Problem: »die Teile des Bausatzes waren überzogen mit den sogen. >Fischhäuten<«.  Dies macht das »Versäubern« der Bauteile besonders schwierig. Ein Beispiel: Im ersten Bausatz war das Teil für die Aufnahme der Reservekanister unbrauchbar. Also bei Revell (Abt. »X«) ein neues bestellt; Und: »Das Teil war genau so wenig zu gebrauchen«. Erst dann bekam ich von Revell ein fehlerhaft freies Teil geliefert. Allerdings auch mit »Fischhäuten« überzogen.

 

Da in erster Linie des «Totalschadens« das Chassis betroffen war, baute ich es neu. Durch die Erfahrung vom ersten Bausatz verzichtete ich diesmal von vornherein die Vorder- (mit Rädern) und Hinterachse (nur die Räder) beweglich zu lassen. Auch bei der Bemalung flossen die Erfahrungen vom ersten Bausatz mit ein. Die Grundierung erfolgte mit gelb-oliv mittels Airbrush (ohne Grundierung). Da ich beabsichtige, unseren meist gefahrensten/beliebtesten 2-Tonner der Stabs/39 darzustellen, bin ich überzeugt, dass er nachlackiert wurde. Bis auf die Plane war er in »Bronzegrün« gehalten. Die (fürs Chassis) sichtbarsten Teile wurden mit Eisenfarbe und Seitenmatt-Schwarz (alles Acryl-Farben) lackiert. Eine leichte Alterung erfolgte mit Künstler-Ölfarben. Für die Alterung der Auspuffanlage verwendete ich zum ersten Mal Transparent-Acrylfarben von »MODEL-COLOR«, die ich im Übrigen auch für die Blinker und Rückleuchten/Katzenaugen verwendete.

 

Auch aus erster Erfahrung entfernte ich die »Passstifte« für den Kraftstofftank. So passten die Teile besser übereinander und die Nacharbeiten beliefen sich lediglich auf verschleifen, ohne noch einmal aufwendig zu verspachteln. Beim Führerhaus und der Ladefläche konnte ich auf die bereits gebauten Teile vom ersten Bausatz zurückgreifen. Bei der Ladefläche konnte ich die Rückwand vom neuen Bausatz dafür nutzen, das Heck des 2-Tonners mit geschlossener Plane darzustellen. Da ich von den neuen Acryl-Farben von Revell vollkommen begeistert war, nutzte ich auch gleich die Aqua-Color-Grundierung. Völliger Reinfall. Das Zeug taugt gar nix.

 

Nach 48 Stunden Trocknungszeit alles mit 1000er Nassschleifpapier nass verschliffen und mit Email-Basic neu grundiert. Danach erfolgte ein sogen. Pree-Sheading mit Matt-schwarz. Danach in mehreren Schichten Bronzegrün und nach einer Stunde ein dünner Überzug mit durch weiß aufgehellte Grundfarbe. Für die »Flecken-Tarnung« der Plane nutzte ich die Vorlage des Bauplans als Maske (Freihändig lackiert währen die Übergänge in diesem Maßstab einfach völlig unnatürlich rüber gekommen).  Ich scannte den Bemalungsplan und vergrößerte ihn anschließend mit der Bildbearbeitung auf die richtigen Maße. Um zu scharfe Abgrenzungen zu vermeiden, sorgte ich dafür, dass die »Masken« nicht zu stramm am Modell aufliegen (mit Mask-Oil und Tamiya-Tape).  Danach erfolgte ein Überzug mit glänzendem Klarlack an allen Stellen, wo die Deacles angebracht werden (bis auf das »Taktische Zeichen« das mir für die Satbs/39 von der Fa. Peddinhaus angefertigt wurde), verwendete ich die Bausatz-Deacels, denn ich kann mich nach über 20 Jahren nicht mehr an das Nummernschild erinnern und bin der Meinung, dass man bei der Autenzität hier auch auf dem »Teppich« bleiben muss. Nach anbringen derselben wurde das gesamte Modell mit Acryl-Klarlack überzogen. Danach kam eine dezente Aufhellung mit stark mit Terpentin verdünnten Künstler-Ölfarben: Azurblau fürs Bronzegrün, Titanweiß für den Rest. Dann eine sehr stark verdünnte Brühe aus »Sina gebrannt« und »Neutral schwarz«, die ich in alle Vertiefungen einlaufen ließ. Alles ohne zu übertreiben. Denn unser 2-Tonner (Stabs.FlaRak.39, Fm BOC) hatte in meiner Erinnerung eine natürliche Alterung durch Wettereinflüsse. Danach erfolgte ein Überzug mit mattem Klarlack, ebenfalls aus Acryl-Farben. Für die Plane nutzte ich aber Email-Airbrush-Color in matt, da diese nicht vollständig in »matt« austrocknet, und so den Plastikcharakter der Plane sehr schön darstellet.

 

Dann die nächste Katastrophe: Gerade weil die Teile für die Träger von Nummernschild und Blinker mir viel zu filigran erschienen, habe ich sie separat gehalten, um sie ganz zum Schluss anzubauen. Doch genau jetzt brechen mir die Träger für die rechte Rücklichteinheit. Nicht genug; die vorlackierten Teile fallen auch noch auf einen dunklen Teppich. Nach ca. einer Stunde Suche hatte ich den Träger für das rechte Rücklicht gefunden. Aus einer passend zurecht gebogenen Heftklammer und MultiPut hatte ich angefangen, dass Teil neu zu erstellen. Zwischendurch hatte ich die Plane mit beschriebenem Klarlack überzogen. Das war am Modell der letzte Durchgang mit der Airbrush und es erfolgte eine gründliche Reinigung derselben. Beim einpacken und anschließendem aufräumen des Arbeitsplatzes tauchte der Träger wieder auf: »er war gar nicht runtergefallen. So trennte ich den Reste der Halterung ab, bohrte den Halter per Hand an, und ersetzte den Trägere mit dem aus der Heftklammer gebogenen Teil mittels Sekundenkleber ein.

 

Jetzt wurden die Kabine und Ladefläche aufs Chassis gesetzt Und die nächste Katastrophe zeichnete sich ab: »Die Passgenauigkeit ist absolut >grottenschlecht< und nichts passt aufeinander«.  Beim Trockenanpassen der Kabine brechen einige Teils vom Chassis. Als ich die Kabine endlich befestigt hatte, mussten diese wieder angeklebt werden. Noch schlechter war es beim aufsetzen der Ladefläche. Erst verabschiedeten sich die Bremskraftzylinder. Dann passten die Rücklichter/Nummernschildhalterungen so was von überhaupt nicht mehr. Da half nur noch improvisieren: »abtrennen und so ankleben, dass es passt«! Da gab es jetzt keine Alternative mehr (hätte ich bei einem Revell-Bausatz auch gar nicht mit gerechnet). Dann noch alle Kleinteile montiert und mit Farbpigmenten und Transparentfarben noch etwas verschmutzt und gealtert. Fertig! Wo ich überall noch mit Drahtstiften und Plastiksheet nachgeholfen habe würde hier den Rahmen sprengen.

 

Das Modell ist wirklich nichts für Anfänger. Aber jeder, der bei Y-Reisen seinen BCE-Führerschein gemacht hat fuhr wohl am liebsten den »Zwei-Tonner«. Und bei meinem Modell kann ich immer sagen: »So sah der Lkw aus, den ich gefahren habe«. Und das Taktische Zeichen ist das, meiner alten Einheit: der »Stabs.FlaRakBtl.39«, wie beim Original.

 

Und erst ganz zum Schluss bemerkte ich beim Bearbeiten der Bilder: „Specki, du Schnarchnase, du hast das linke Rücklicht verkehrt herum angeklebt“!

 

Aber das bleibt jetzt so (bsssssssssssst…)!!!

Modellbeschreibung von Revell:

Ab 1978 wurden die ersten von ca. 12.000 UNIMOG (UNIversal MOtor-Gerät) an die Bundeswehr ausgeliefert, wo sie als Lkw 2t tmilgl bezeichnet werden. Das den militärischen Anforderungen angepasste und äußerst geländegängige Fahrzeug wird bei allen Teilstreitkräften eingesetzt. Für eine Nutzlast von 2.250 kg ausgelegt, besitzt es ein zulässiges Gesamtgewicht von 7.500 kg. Ein 6 Zylinder OM 352 Dieselmotor mit 96 kW (130 PS) Leistung verleiht dem Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 82 km/h. Als Bewaffnung dient ein MG3 auf Drehringlafette.

Modell-Details:

  • Gummiräder
  • Detailliertes Fahrerhaus
  • Pritsche mit Plane
  • Detailliertes Fahrgestell
  • Abziehbilder für vier Fahrzeuge


Angaben zum Original:

Typbeschreibung: Unimog
Baujahr/Zeitraum: 1978
Antriebsleistung: 130 PS
Motor: 6 Zylinder OM 352 Dieselmotor
Geschwindigkeit: 82 km/h


Angaben zum Modell:

Einzelteile: 190
Länge: 155 mm
Skill-Level: 5
Maßstab: 1:35


http://shop.revell.de/item/20205020/20205000/0/3082/unimog-lkw-2t-tmilgl.html

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